Wer zweifelt, der verliert

VC-Damen kassieren Heimniederlage gegen SVBad Laer

VC 01
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Am Anfang hatte es noch gestochen: Nienburgs 1. Tempo (in dieser Szene überwindet Denise Linke Bad Laers Laura Seete) wusste nur eineinhalb Sätze zu überzeugen. 

Nienburg - von Lutz Ritter. Ein starker Gegner und lähmende Zweifel überwältigten die Damen des VC Nienburg am vergangenen Wochenende bei ihrem Spiel gegen den SV Bad Laer.

Bis zum neunten Punkt im zweiten Durchgang – solange stellten Nienburgs VC-Damen am vergangenen Sonntag unter Beweis, wie und warum sie in der Lage sind, jedes Drittliga-Team erfolgreich in Schach zu halten. Dann waren sie wieder da. Zweieinhalb Sätze lang. Und sie wollten nicht mehr weg: Zweifel. Lähmende Zweifel, die ihren Anfang zumeist zwischen den Ohren haben, Arme und Beine entkräften, Automatismen zunichte machen und beste Vorsätze wie Seifenblasen zerplatzen lassen. Dieser Gegner war zu stark – und Bad Laer war es auch. Im schmerzlichen Wortsinn niedergeschmettert mussten sich die Nordertörschen der SV-Auswahl geschlagen geben (25:20, 18:25, 22:25, 15:25) und ihre nunmehr vierte Heimpleite in Serie wegstecken.

Dabei erwischten schwungvolle Gastgeberinnen einen Start nach Maß. Einsatzfreudig entwickelte sich nahezu jeder Ballwechsel zu einem rasanten Schlagabtausch. Eine zu Beginn überzeugende Annahme legte den Grundstein für Nienburgs erfolgreichen Spielaufbau – oftmals im ersten Tempo abgeschlossen. Ähnlich überzeugend das Szenario bei eigenem Aufschlag: Präzise, druckvolle Eröffnungen erleichterten die Arbeit des ohnehin sattelfesten VC-Blocks und sorgten gleichermaßen für reichlich Unruhe in den Reihen verunsicherter Gäste. Diese mussten darüber hinaus auf ihre Libera verzichten und waren ohnehin nur zu siebt an die Weser gereist. Von dem einzig möglichen Wechsel sah SV-Coach Knut Powilleit allerdings ab. Selbst nach Verlust des ersten Satzes (25:20) hielt Bad Laers Übungsleiter an seiner Formation fest – und wurde nicht enttäuscht.

Doch zunächst knüpften motivierte Kreisstädterinnen nahtlos an ihre hervorragende Leistung aus Durchgang eins an. Eine beherzte Aufschlagserie von Irina Gerlinger bescherte den „Lila Veilchen“ sieben Breaks zum zwischenzeitlichen 8:1 und befeuerte die ohnehin schon tolle Atmosphäre einer mit 200 Zuschauern gut besuchten BBS-Sporthalle. Zehn Minuten später war es dann still. Mucksmäuschenstill. Von den letzten 22 Punkten hatte Liga-Konkurrent Bad Laer deren 18 (12:19) gewonnen und seinem Widersacher in Windeseile den Schneid abgekauft. Der Satzausgleich (18:25) wurde zur Formsache, die zwei verbleibenden Durchgänge entwickelten sich zur Kür angriffsstarker Gäste. „Das Spiel lag in unseren Händen. Wir hatten mehr Blockaktionen und standen in der Abwehr besser“, bewertete Gästecoach Powilleit „die zweite Hälfte“ der Partie. Nienburgs Co-Trainer, Torben Keßler, sah dies ähnlich, suchte die Erklärung aber auf der eigenen Seite des Netzes. „Einfache Fehler haben die ganze Mannschaft verunsichert. Zeitgleich ließ die Qualität unserer Aufschläge merklich nach und der Gegner konnte Punkt für Punkt seine Stärken ausspielen.“ Selbige herauszufinden, bedurfte keiner Lesebrille: Ein gutes Zuspiel zeigte sich für die kompromisslose Verwertung des variablen Gästeangriffs verantwortlich. Allen voran Bad Laers Sara Szmuk entwickelte sich zur besten Akteurin auf der Platte und stellte Nienburgs Abwehr vor schier unüberwindbare Probleme.

Der erstmaligen Gästeführung folgte ein abschließender Durchgang, bei dem VC-Coach Thomas Plathner einem jungen Sextett den Vorzug gab und mit Felicitas Badtke, Molly O´Hagen sowie dem Geschwisterpaar Antonia und Juliane Namneck gleich vier Spielerin aufbot, die das 22. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Auch wenn keine von ihnen das bittere Ende der Partie abwenden konnte – es enttäuschte niemand. Eine zehn Punkte Differenz (15:25) entsprach nicht dem Kräfteverhältnis des letzten Abschnitts und sollte die guten Ansätze des VC-Teams keinesfalls schmälern. „Wir haben im K1 nach wie vor Defizite. Es ist die komplette Handlungskette aus Annahme, Zuspiel und Angriff, die wir nicht nur einen Satz, sondern ein ganzes Match sicher ausspielen müssen“, so Plathner. Ebenso wie Co-Trainer Keßler weiß Nienburgs Volleyballlehrer von der Dringlichkeit dieser Aufgabe: „Bereits für Samstag gibt es keine Ausreden mehr“, warnt der 47-jährige. Dann empfangen Irina Gerlinger & Co. im Nachholspiel Schlusslicht Wietmarschen und werden spätestens im sechsten Auftritt vor heimischer Kulisse zum Siegen verdammt sein – andernfalls droht erstmals in dieser Saison der Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz.

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