Nach grandioser Aufholjagd fehlen hauchdünne vier Punkte zur erneuten DTM-Meisterschaft

„Sixpack“ reicht René Rast nicht zur Titelverteidigung

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Ex-Champion René Rast (r.) und Marco Wittmann (l) verpassen dem neuen DTM-Champion Gary Paffett (M.) eine standesgemäße Sektdusche.

Hockenheim - Mit sechs Siegen in Folge startete René Rast eine in der DTM einmalige Verfolgungsjagd. Der Steyerberger gewann am Wochenende die beiden finalen DTM-Läufe.

Zur Titelverteidigung reichte es trotzdem nicht. Am Ende fehlten Rast vier Punkte auf den neuen Champion Gary Paffett. Knapper waren die Entscheidungen nur 1987, 2007 und 2017 mit jeweils drei Punkten Unterschied.

„Was für ein unglaubliches Jahr, was für ein Comeback“, resümierte Rast nach dem Finale, in dem er Mercedes-Benz-Pilot Paul Di Resta noch vom zweiten Platz der Gesamtwertung verdrängte. Nach dem für Audi insgesamt schwierigen Saisonstart lag Rast nach neun Rennen mit 104 Punkten Rückstand abgeschlagen auf dem 15. Tabellenrang. Doch dem Audi-Fahrer gelang es, 100 Punkte aufzuholen und sieben Rennen zu gewinnen – davon die letzten sechs in Folge.

Der Triumph beim Finale war besonders dominant: Rast übernahm mit einem perfekten Start aus Reihe eins die Führung, erarbeitete sich einen klaren Vorsprung und kontrollierte anschließend bis ins Ziel das Tempo. Für maximale Spannung in der Schlussphase sorgten Nico Müller und Robin Frijns vom Audi Sport Team Abt Sportsline: Beide kamen erst spät zum Boxenstopp und machten in den letzten Runden auf frischen Reifen Platz um Platz gut. „Wäre das Rennen ein, zwei Runden länger gewesen, hätten wir es vielleicht noch geschafft, Gary (Paffett) zu überholen und René (Rast) doch noch zum Meister zu machen“, sagte Müller, der 1,7 Sekunden hinter Paffett über die Ziellinie fuhr.

Im Ziel gratulierte Rast seinem Bezwinger, die eklatant schwache erste Saisonhälfte erwies sich als zu großer Bremsklotz. Cool und kontrolliert fuhr Paffett trotz eines früheren Boxenstopps als eigentlich geplant beim erneuten Sieg des 31 Jahre alten Steyerbergers von Audi die noch nötigen Punkten ein. Zweiter wurde Marco Wittmann von BMW.

Paffett feierte seinen zweiten DTM-Titel und bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Der erste lag schließlich bereits 13 Jahre zurück. Paffett, Rast und Paul di Resta, der als 14. im Rennen am Ende völlig enttäuschte, gingen mit Titelchancen in das Finale. Sechs Punkte lag Paffett vor seinem Landsmann di Resta, Rast 15 Zähler hinter dem Spitzenreiter. Mit Startplatz zwei verkürzte Rast noch einmal um weitere zwei Zähler. Mindestens Vierter musste Paffett werden beim erneuten Rast-Sieg, um vorn zu bleiben. Entsprechend kontrolliert fuhr er. Rast versuchte alles, seine erstaunlich starke zweite Saisonhälfte mit dem erneuten Titel zu krönen. Am Ende reichte es trotz der grandiosen Aufholjagd nicht ganz.

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