Letztes Verfahren gegen Ex-Radprofi beendet

Prozess abgebogen: Doper Armstrong zahlt fünf Millionen Dollar

+
Der damalige Gesamtführende Lance Armstrong aus den USA vom Discovery Channel Team (Archivbild vom 24.07.2005).

Für Lance Armstrong ging es um satte 100 Millionen Dollar Schadenersatz, doch nun wird es keinen Prozess mehr geben: Er bezahlt fünf Millionen, um die Verhandlung abzubiegen. Und das ist nicht alles.

Washington - Ex-Radprofi Lance Armstrong bezahlt nach übereinstimmenden Berichten von US-Medien eine Summe von fünf Millionen Dollar an die US-Regierung, um einen Schadenersatzprozess gegen ihn zu vermeiden. Wie die „Washington Post“ und die „New York Times“ am Donnerstag in Washington berichteten, wurde der Deal vom US-Justizministerium erreicht.

In dem Prozess gegen den geständigen Doper Armstrong (46) wäre es um fast 100 Millionen Dollar Schadenersatz gegangen. Er sollte begleitet von großer Medienöffentlichkeit am 7. Mai in Washington beginnen. Das US-Justizministerium und der ehemalige Armstrong-Teamkollege Floyd Landis hatten wegen Betruges geklagt.

Die Gesellschaft „Tailwind Sports“ hatte als Besitzer des Armstrong-Teams von 2000 bis 2004 mehr als 32 Millionen Dollar vom staatlichen Sponsor US Postal erhalten. Die Regierung machte geltend, Armstrong habe mit dem Doping und den Regelverstößen seinen Wert für das US Postal Team mehr als zunichte gemacht.

Armstrong unterstellte seinem früheren Arbeitgeber dagegen Mitwisserschaft bei den Doping-Praktiken und reklamierte, dass der erzielte Werbewert weit höher zu veranschlagen sei als der angebliche Imageverlust. Den Berichten zufolge stimmte Armstrong zu, neben den fünf Millionen auch 1,65 Millionen US-Dollar an Landis zu bezahlen, um dessen Rechtskosten zu decken.

Der ehemalige US-Radprofi Lance Armstrong - bei einem Interview in Austin (Archivbild vom 15.02.2011).

Die US-Anti-Doping-Agentur USADA hatte die Machenschaften Armstrongs und seiner Entourage 2012 aufgedeckt. Armstrong wurden lebenslang alle Sportaktivitäten untersagt und alle sieben Siege bei der Tour de France zwischen 1999 und 2005 aberkannt.

Der seit 2013 geständige Texaner verlor in zahlreichen Schadenersatzprozessen bereits rund 20 Millionen Dollar. Kürzlich schrieb Armstrong sein Haus in Texas für 7,5 Millionen US-Dollar zum Verkauf aus.

Die jetzt erzielte Einigung beendet nach Angaben der „Washington Post“ das letzte Verfahren, das gegen Armstrong anhängig war.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Fußball

Pressestimmen zum CL-Finale: „Der 13. kommt von Bale“

Pressestimmen zum CL-Finale: „Der 13. kommt von Bale“
Fußball

Real verlängert Klopps Final-Fluch - Keeper Karius patzt

Real verlängert Klopps Final-Fluch - Keeper Karius patzt
Fußball

Bilder: Real Madrid gewinnt die Königsklasse - Liverpool-Keeper entscheidet das Finale

Bilder: Real Madrid gewinnt die Königsklasse - Liverpool-Keeper entscheidet das Finale

Feuer im Europa-Park Rust: Schwarze Rauchsäule über dem Freizeitpark

Feuer im Europa-Park Rust: Schwarze Rauchsäule über dem Freizeitpark

Meistgelesene Artikel

Sie hinterlässt Mann und Kind: Ex-Schwimmstar an Krebs gestorben

Sie hinterlässt Mann und Kind: Ex-Schwimmstar an Krebs gestorben

Messerattacke auf Tennisstar Kvitova: Verdächtiger in U-Haft

Messerattacke auf Tennisstar Kvitova: Verdächtiger in U-Haft

Zverev verpasst Titelverteidigung in Rom Nadal knapp - Das brach ihm gegen Nadal das Genick

Zverev verpasst Titelverteidigung in Rom Nadal knapp - Das brach ihm gegen Nadal das Genick

Weltrekord bei Darts-Turnier in Gelsenkirchener Fußballstadion

Weltrekord bei Darts-Turnier in Gelsenkirchener Fußballstadion

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.