Ulrike Folkerts feiert 20 Jahre „Tatort“

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„Wenn die Bücher gut bleiben, mache ich weiter“: Schauspielerin Ulrike Folkerts (48).

München - Ulrike Folkerts feiert ihr 20-jähriges Jubiläum als Fernsehkommissarin beim Tatort. Zu diesem Anlass stellen wir alle aktuellen Ermittler des Kultkrimis vor.

Im Jahr 1989 war sie im „Tatort“ noch „Die Neue“. So hieß ihr erster Fall als Ludwigshafener Ermittlerin Lena Odenthal. Nun feiert Ulrike Folkerts ihr 20-jähriges Jubiläum als Fernsehkommissarin.

Die 48-Jährige hält damit einen Rekord. Niemand ist so lange als Ermittlerin in der ARD-Krimireihe dabei wie sie. Am Sonntag (20.15 Uhr) zeigt der Senderverbund die Jubiläumsfolge „Vermisst“. Darin geht es um eine Unbekannte, die sich mit Lena Odenthal an einem neutralen Ort verabredet, um eine wichtige Aussage in einem Jahre zurückliegenden Mordfall zu machen. Am vereinbarten Treffpunkt angekommen, findet die Kommissarin eine Tote vor.

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Tatort - die älteste Krimireihe im deutschen Fernsehen - begeistert auch nach knapp 40 Jahren noch die Zuschauer. © Bild: WDR
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Diese Augen sind Kult: Seit Beginn der Krimireihe im Jahr 1970 wurde der Vorspann der Serie nicht verändert. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Er ist in jeder Tatortfolge dabei und trotzdem kennen ihn wohl die wenigsten: Horst Lettenmayer ist der Mann zu den bekannten Augen und Beinen aus dem Vorspann. 400 Mark soll er damals einmalig für seinen Auftritt bekommen haben. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Ulrike Folkerts verkörpert bereits seit 1989 die Ludwigshafener Tatort-Kommissarin Lena Odenthal. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
An ihrer Seite ist seit 1996 auch ihr Kollege Mario Kopper (gespielt von Andreas Hoppe) auf Spurensuche. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Das Team Leitmayr und Batic kümmert sich um die Münchner Fälle. Miroslav Nemec (r.) ermittelt seit 1991 als Kommissar Ivo Batic neben Udo Wachtveitl als Franz Leitmayr. Wachtveitl wurde im Jahr 1990 zum Tatort gerufen. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Das bayerische Team hatte bekannte Vorgänger. Von 1972 bis 1981 ermittelte beispielsweise Gustl Bayrhammer als Hauptkommissar Veigl im Münchner Tatort. © dpa
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In Berlin ermittelt Dominic Raacke seit 1990 als Hauptkommissar Till Ritter. Ihm zur Seite steht seit 2001 Felix Stark, gespielt von Boris Aljinovic. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Charlotte Lindholm, die Ermittlerin in Hannover verzichtet auf einen festen Kollegen. Maria Furtwängler spielt die souveräne Kommissarin seit 2001. © dpa
Gunther Witte gilt als Tatort-Erfinder. Von ihm stammt die Idee, die Krimireihe regional anzusetzen. Die einzelnen Rundfunkanstalten der ARD produzieren die Folgen des jeweiligen Ermittlerteams. Durch abwechselnden Kommissare wird für Abwechslung gesorgt, was zum Erfolg der Krimireihe beiträgt. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Klaus J. Behrendt nahm als Max Ballauf in Köln die Spurensuche erstmals im Jahr 1992 auf. Dietmar Bär kam als Kriminaloberkommissar 1997 zum Kölner Tatort hinzu. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Klaus J. Behrendt hatte übrigens 1989 in einer Nebenrolle schon seinen ersten Tatort-Auftritt in Duisburg. Dort ermittelte von 1981 bis 1991 Kommissar Schimanski (Götz George) und sein Kollege Thanner (Eberhard Feik). © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Seit 1997 ist Sabine Postel als Inga Lürsen in Bremen auf Verbrecherjagd. Ihren Kollegen Stedefreund spielt Oliver Mommsen. © dpa
Seit März 2013 ermittelt Til Schweiger als Nick Tschiller in Hamburg. Er ist der Nachfolger von... © NDR
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
... Mehmet Kurtulus, der als Hauptkommissar Cenk Batu in Hamburg ermittelt hat. © dpa
Vor Kurtulus (von 2001 bis 2008) leitete Robert Atzhorn (r.) als Kommissar Jan Casstorff zusammen mit Tilo Prückner als Kommissar Holicek die Geschäfte in Hamburg. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Atzhorn und Prückner waren wiederum die Nachfolger der Hamburger Ermittler Stöver (Manfred Krug, l.) und Brockmöller (Charles Brauer). © dpa
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Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) hat sich aus Hamburg nach Münster versetzen lassen. Zusammen mit Rechtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers) geht er dort auf Spurensuche. © dpa
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Ihm ist die Tatort-Titelmusik zu verdanken: Klaus Doldinger komponierte die Melodie im Jahr 1970. Seine bekanntesten Werke sind die Titelmusik zu „Das Boot“ und „Die unendliche Geschichte“. © dpa
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Das Kieler Team bilden Axel Milberg als Kommisar Klaus Borowski und Sarah Brandt. © NDR
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Simone Thomalla verkörpert seit 2008 im Tatort Leipzig Kommissarin Eva Saalfeld. Unterstützt wird sie von Andreas Keppler (gespielt von Martin Wuttke). © dpa
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Vor Thomalla und Keppler kümmerten sich um die Leipziger Fälle Peter Sodann (l.) und Bernd Michael Lade als Hauptkommissare Ehrlicher und Kain. © dpa
In Saarbrücken ermitteln zur Zeit Jens Stellbrink (Devid Striesow) und Lisa Marx (Elisabeth Brück). Sie haben das Team... © dpa
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... Stefan Deininger (Gregor Weber, l.) und den bayerische Kommissar Franz Kappl (Maximilian Brückner) abgelöst. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Zuvor war Jochen Senf als Kommissar Palu in Saarbrücken auf Verbrecherjagd. © dpa
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Die Stuttgarter Fälle klären Richy Müller als Kommissar Thorsten Lannert und Felix Klare als Kommissar Sebastian Bootz. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Zuvor ermittelte Hauptkommissar Bienzle (Dietz Werner Steck) bei den Stuttgarter Tatorten. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Am Bodensee ermitteln Hauptkommissarin Klara Blum (Eva Mattes) und ihr Kollege Kai Perlmann (Sebastian Bezzel). © SWR/Schweigert
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Um die österreichischen Fälle kümmert sich Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer). © dpa
Weimar: Nora Tschirner und Christian Ulmen ermitteln in einer Art "Event"-Tatort nur einmal im Jahr. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
In mehr als 700 Folgen ermittelten über 70 Ermittler. Manche kamen nicht über einen Fall hinaus, andere begleiten die Krimifans nun schon über Jahre hinweg. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Einige Kommissare und der Tatort-Erfinder waren anlässlich der 600. Folge im Jahr 2005 zu Gast in der Talkshow „Beckmann“. © dpa

-Was denken Sie, wenn Sie alte „Tatort“-Folgen sehen?

Niedlich! Und unbedarft. Die Mode war eine andere. Natürlich erinnere ich mich sehr genau an mein Leben damals. Es ist wie ein Fotoalbum, bei dem man denkt, ach, damals sah ich so aus. Eine gewisse Unsicherheit kann ich da erkennen, ein gewisses Sich-behaupten-Wollen. Gedreht habe ich nur einen „Tatort“ im Jahr, damals waren es 32 Drehtage, also sieben Wochen.

-Sie haben nebenher gearbeitet?

Als Anfänger verdient man nicht so viel, also habe ich gejobbt. Ich hatte die Freiheit, dorthin zu ziehen, wohin ich wollte. Seitdem lebe ich in Berlin. Ich habe die Filmfirmen abgeklappert und mit Fotos beliefert. Aber da passierte nicht so schnell etwas. Also habe ich angefangen, in einer Bar in Charlottenburg zu arbeiten.

-Was war früher besser am „Tatort“?

Früher hatten wir mehr Drehtage und mehr Zeit zu probieren. Inzwischen muss man sich beeilen, und die Tage werden lang und anstrengend.

-Heute sind die Sehgewohnheiten anders. Viele schauen amerikanische Serien auf DVD. Da wirkt der „Tatort“ manchmal ein bisschen altmodisch. Was heißt altmodisch?

„Tatort“ ist freigegeben ab zwölf Jahren, das ist noch Familienprogramm. Ich finde „Tatorte“ nicht altmodisch, sondern eher deutsch und eben nicht amerikanisch.

-Ist das Format noch zeitgemäß?

Ja, es ist wahnsinnig beliebt. Alle haben einen Lieblingskommissar oder eine Stadt, Ermittlerpaare, die sie besonders mögen. Da ist für jeden etwas dabei. Und anscheinend ist es auch generationenübergreifend. Meine Nichte ist Ende 20, die guckt mit Freunden „Tatorte“ auf der Großleinwand. Und das nicht nur, weil sie meine Nichte ist.

-Geht Ihnen Lena Odenthal manchmal auf den Wecker?

Nein, ich mache den Job wirklich gerne. Wir haben immer wieder eine neue Geschichte zu erzählen. Ich habe oft das Glück, ganz tolle Kollegen kennenzulernen und mit echt brillanten Regisseuren zusammenzuarbeiten. Es wird mir nicht langweilig. Ich probiere mich da auch aus. Natürlich ist es spannend, wenn ich zwischendurch auch ganz andere Rollen spielen darf.

-Zwischenzeitlich waren Sie etwas frustriert, festgelegt zu sein.

Das war eine Zeitlang so. Da wollte ich aus der Nische rauskommen und habe überlegt: Muss ich dafür diesen „Tatort“ aufgeben? Das macht man natürlich nicht so einfach. In den letzten sechs Jahren ist da eine Tür aufgegangen. Ich habe eine Zeitlang auf die Branche geschimpft, dass sie nicht richtig hinguckt. Es hatte aber auch mit mir zu tun. Man muss kommunizieren, dass man Zeit hat. Dass man nicht immer die Hauptrolle haben muss, auch Theater spielen oder in einer Serie mitmachen würde, wenn die Geschichte interessant ist.

-Wünschen Sie sich manchmal, Sie hätten sich früher dazu bekannt, lesbisch zu sein, damit das vom Tisch und Sie freier gewesen wären?

Keine Ahnung, ob es damit zusammenhängt. Ich hatte einfach das Gefühl, das ist so unwichtig, das muss ich gar nicht kommunizieren. Wer redet denn über seine Sexualität in der Öffentlichkeit? Niemand. Es gibt ganz brillante Schauspieler, über die lese ich nie irgendetwas Privates, wie zum Beispiel Götz George. Mein Job ist die eine Sache, aber diese öffentliche Person zu sein ist ein anderer Job, anstrengender als der, Schauspielerin zu sein. Der rote Teppich, das Spiel gehört dazu. Aber wenn ich nach einer Veranstaltung von Fotografen verfolgt werde, die ein Bild haben wollen von mir und meiner Freundin und die uns nicht in Ruhe lassen, dann finde ich das ziemlich ekelhaft.

-Bekommen Sie Hilferufe von Mädchen, die sich nicht trauen, ihren Eltern zu sagen, dass sie lesbisch sind?

Die gibt es, die beantworte ich auch. Ich kann sie nicht an die Hand nehmen. Aber dass sie sich an mich wenden, kann das erste Mal sein, dass sie es überhaupt formulieren.

-Sind Sie auch mit 60 noch die Lena Odenthal?

Im Moment läuft es so gut, dass alle ein Interesse daran haben, das Format zu halten. Mit Andi Hoppe zusammen – wir sind ein beliebtes Krimiduo geworden. Wenn die Bücher gut bleiben, mache ich weiter. Open end.

Das Gespräch führte Caroline Bock

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