Pechlevanoudis und Bokeloh blicken auf zehn Jahre „Altstadtfestival“ zurück

Altstadtfest Nienburg: Neustart gelingt mit Bechern und Sponsoren

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Schauen gemeinsam auf einen erfolgreichen Neustart für das Altstadtfest zurück (von links): Georgios Pechlevanoudis und Jens Bokeloh von der Werbegemeinschaft „Nienburg Service“ haben sich mit ihren Teams der Herausforderung gestellt und das Altstadtfest in die Zukunft geführt.

Nienburg - Von Johanna Müller. Spaß für Familien, ausgelassene Konzertabende und schöne Stunden mit Freunden in einer gemütlichen Atmosphäre – das macht das Nienburger Altstadtfest aus. Jedes Jahr füllt sich daher die Innenstadt Ende September mit tausenden Besuchern. Ein Erfolgsmodell, das vor ziemlich genau 10 Jahren auf der Kippe stand. „Die Finanzierung war nicht mehr gesichert“, bringt es Mitorganisator Jens Bokeloh von der Werbegemeinschaft „Nienburg Service“ auf den Punkt.

Die Veranstalter hatten eine schwierige Entscheidung zu treffen. Die über allem schwebende Frage lautete: Fällt das Altstadtfest aus oder gibt es eine Alternative? Doch an eine Absage wollte keiner denken, erinnert sich Mitorganisator Georgios Pechlevanoudis. Denn wenn eine Veranstaltung aus dem Kalender verschwunden ist, sei es schwierig, diese wieder zu etablieren.

Es musste weiter gehen. Also wurde ein Schnitt gemacht, damit das Fest auch im 21. Jahrhundert noch überlebt. Bisher ist das neue Konzept gut aufgegangen, finden die Macher.

Aus Ärgernis wurde Sammelbecher 

Die wohl bedeutendste Neuerung war die Einführung des Becherpfands. Viel disskutiert wurden die bunten Plastikbecher, von denen es in diesem Jahr die zehnte Version geben wird. Einige Nienburger sahen darin bereits das Ende ihres geschätzten Stadtfestes. Dass sie plötzlich indirekt Eintritt zahlen sollten, haben viele nicht verstanden. 

Mittlerweile gehören die Sammelbecher wie selbstverständlich dazu – nicht nur auf dem Fest, sondern anschließend auch im Regal. „Gerade junge Leute nehmen die wie Trophäen mit nach Hause“, berichtet Bokeloh. Denn in jedem Jahr sehen die Behältnisse anders aus und immer sind darauf auch Musikgrößen abgebildet, die beim Altstadtfest auftreten.

Auch Institutionen wie Kindergärten fragen gerne beim „Nienburg Service“ an, ob sie nicht alte Becher haben könnten. „Unsere Becher begleiten einen das ganze Jahr, ob bei Sommerfesten, als Tuschbecher oder auch beim Adventszauber“, erzählt Pechlevanoudis, der erst kürzlich beim Besuch des Brokser Heiratsmarkts einen Altstadtfest-Becher aus dem Jahr 2010 entdeckt hatte. Die Nachfrage überstieg im vergangenen Jahr sogar den Bestand, so beliebt sind die Becher für eine weitere Nutzung. 

Noch immer würde es auch Nienburger geben, die sich über das Finanzierungsmodell aufregen. Diese erinnern die Organisatoren gerne daran, dass in den Änfangen des Altstadtfestes auch schon Geld für den Eintritt des Zeltes verlangt wurde. Außerdem bleibt der Becherpreis auch im zehnten Jahr stabil: Fünf Euro kostet dieser, zusätzlich wird ein Euro Pfand gezahlt. Wer darauf verzichtet, behält den Becher als Erinnerung. 

Neuer Name setzt sich kaum durch 

Ebenfalls neu gestaltet wurde vor einer Dekade der Name: Aus dem Altstadtfest wurde das „Altstadtfestival“ – im Sprachgebrauch durchgesetzt hat sich dieser Begriff bisher jedoch nicht. Etwas moderner sollte die neue Bezeichnung klingen und auf die musikalische Vielfalt hinweisen. „Das Stadtfest ist eine Symbiose aus den Auftritten der Musikgruppen und dem traditionellen Kern, zu dem auch der Flohmarkt gehört“, sagt Jens Bokeloh. Dass der neue Name kaum genutzt wird, stört die Organisatoren nicht. Es wisse ja so oder so jeder, wovon gesprochen wird.

Ein wichtiger Faktor bei der Neugestaltung des Altstadtfestes waren und sind die Sponsoren. „Denen kann gar nicht genug gedankt werden. Sie halten das Fest mit ihrem Engagement am Leben“, betont Bokeloh. Sie ermöglichen nicht nur, dass interessante Musiker auftreten können, sondern dass überhaupt Bühnen in der Stadt stehen. 

Bands kommen gerne nach Nienburg 

Denn im Laufe der Jahre seien die Ansprüche stets gestiegen – nicht nur die der Bands, sondern auch der Gäste. Immer umfangreicher werden die Bühnenshows und damit einhergehend auch die Kosten. Zudem sei der Platz in der Innenstadt begrenzt und die Flexibilität nicht so gegeben. Doch mittlerweile habe sich das Altstadtfest auch unter den Künstlern einen guten Ruf erarbeitet. Heute kommen die Bands gerne und machen auch Zugeständnisse. Das liege auch an dem tollen Publikum, das über die Kreisgrenzen hinaus bekannt sei, sagen Bokeloh und Pechlevanoudis. Die besten Vorraussetzungen also dafür, dass es noch mindestens zehn weitere Jahre so weitergeht.

Party in der Stadt 

Das Altstadfest wird von Donnerstag bis Sonntag, 20. bis 23. September, in der Nienburger Innenstadt gefeiert. Auf acht Bühnen treten mehr als 70 Musikgruppen auf.

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