Nur mit Einladung

Hype um neue Social-Media-App: Clubhouse wird von Promis genutzt - und von Experten kritisch beobachtet

Eine neue Social-Media-App erobert ganz Deutschland und könnte Facebook und Instagram Konkurrenz machen. Doch die App hat einige Haken - Experten warnen.

  • Eine neue Social-Media-App löst in Deutschland einen Hype aus.
  • Die Audio-Only-App Clubhouse ist noch nicht für alle zugänglich.
  • In einigen Punkten unterscheidet sich Clubhouse stark von anderen sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook.

Update vom Mittwoch, 20.01.2021, 16.36 Uhr: Die neue Social-Media-App Clubhouse hat auch in Deutschland einen Hype ausgelöst. Das liegt unter anderem an ihrer Exklusivität: Nur, wer eine Einladung bekommt, kann sie nutzen. Doch Expertinnen und Experten für Datenschutz warnen, denn genau das kann zum Problem werden.

Nach der Aktivierung der Einladung zu Clubhouse fordert die App nämlich Zugriff auf alle Kontakte im Adressbuch des Smartphones. Bei der Anmeldung über einen Social-Media-Account sind das die Daten zu den Followern und Freunden des Nutzers. Alpha Exploration als Hersteller der App sammelt somit Unmengen an personenbezogenen Daten – auch von Menschen, die Clubhouse gar nicht nutzen.

Hype um exklusive Social-Media-App: Viele Promis nutzen Clubhouse

Erstmeldung vom Dienstag, 19.01.2021, 16.38 Uhr: Kassel – Neben Facebook, WhatsApp*, Twitter, Instagram und TikTok erobert derzeit eine neue Social-Media-App Deutschland und sorgt für viel Gesprächsstoff. Ein Grund: Die App baut auf Exklusivität, nicht jeder und jede kann sie einfach herunterladen und nutzen. Unter anderem ist dafür eine Einladung nötig. Außerdem unterscheidet sich das Konzept von Clubhouse massiv von bestehenden Apps. Jetzt hat sich Clubhouse sogar mit dem Messenger Telegram* angelegt.

Joko Winterscheidt, Louisa Dellert, Oprah Winfrey, Drake und Paris Hilton – sie und weitere Promis nutzen Clubhouse bereits*. Seit einigen Tagen kommen immer mehr Nutzerinnen und Nutzer aus Deutschland hinzu. Doch was macht die neue Social-Media-App eigentlich so besonders?

Die Audio-Only-App Clubhouse ist bisher noch nicht frei zugänglich.

Clubhouse: Wie funktioniert die neue Social-Media-App?

Im Unterschied zu Facebook, Instagram, WhatsApp und TikTok ist Clubhouse komplett Audio-basiert. Das heißt Bilder, Kommentare, Likes und Videos gibt es in der App nicht. Stattdessen kann man Unterhaltungen bei Clubhouse wie einem Live-Podcast* zuhören oder sich an den Diskussionen beteiligen. Dazu nutzt die App sogenannte „Rooms“, also virtuelle Räume beziehungsweise Gruppen, denen man beitreten kann.

Die Diskussionen in den verschiedenen Clubhouse-Räumen sind zumeist themenbasiert. Neben dem Beitreten verschiedener Räume ist auch das Folgen von Themen möglich. Durch das Konzept ermöglicht die App den schnellen Austausch mit Menschen, die ähnliche Interessen haben. Derzeit nutzen viele Experten die App, um sich über ihre Themengebiete, zum Beispiel im Bereich E-Commerce auszutauschen. Es gibt jedoch auch geschlossene Räume für Freunde.

NameClubhouse
ArtAudio-basierte Social-Network-App
EntwicklerAlpha Exploration Co.
Veröffentlichungsjahr2020

Hype um neue Social-Media-App: Wie bekomme ich eine Einladung für Clubhouse?

Bislang gibt es die App nur als Beta-Version. Die App funktioniert auf einem Einladungsprinzip: Nur wer in der Social-Media-Branche einen Namen hat, oder jemanden kennt, der ein Clubhouse-Mitglied ist, bekommt einen sogenannten „Invite Code“* und kann der App beitreten. Damit unterscheidet sich die App massiv von den aktuellen Modellen von Instagram und Facebook. Zudem sind Android-Nutzer bislang komplett außen vor. Die neue Social-Media-App funktioniert lediglich mit dem Betriebssystem iOs, also mit einem iPhone.

In Deutschland ist die App vor einigen Tagen zum Gesprächsthema geworden, sie ist jedoch nicht ganz neu. Clubhouse wurde bereits Anfang 2020 gestartet, im Mai 2020 wurde die App bereits mit 100 Millionen US-Dollar bewertet. Hinter Clubhouse stehen zwei Gründer aus dem Silicon Valley in den USA, Paul Davison und Rohan Seth, mit ihrer Firma Alpha Exploration Co. Laut Davinson und Seth soll Clubhouse bald einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden, ein Termin steht jedoch noch nicht fest.

Experten stellen Hype um Social-Media-App infrage: Wie weit wird Clubhouse es schaffen?

Lohnt sich der Hype um Clubhouse und wird er anhalten? Einige Analysten sehen Schwierigkeiten, denn derzeit lebt das Konzept auch davon, dass Experten kostenlos Diskussionsrunden führen. Ob das langfristig funktionieren wird, sei fragwürdig. „Ohne Kohle und ein langfristig smartes Konzept wird es Clubhouse aus meiner Sicht nicht so weit schaffen“, schreibt zum Beispiel der Digital Analyst Tim Ebner bei allfacebook.de.

Konkurrenz für Instagram, Facebook und Co.? Die neue App Clubhouse wird derzeit in Deutschland gehypt (Symbolbild).

Seit dem Start der App wird Clubhouse nicht nur gehypet, sondern stößt auch auf viel Kritik. Unter anderem geht es dabei um eine fehlende Moderation der Beiträge, durch die Hatespeech, Belästigung und falsche Informationen verbreitet werden können. Unternehmen wie Facebook und Twitter versuchen zunehmend Falschinformationen und Hatespeech zu moderieren. Clubhouse selbst hat im Januar Community-Guidelines erstellt, mit denen dem entgegengewirkt werden soll. Zudem gibt es mittlerweile auch die Option, Inhalte zu melden.

Neue App sorgt für viel Kritik: Kontroverse um Clubhouse

Auch der Datenschutz könnte ein Problem sein, denn „wer eine andere Person zu Clubhouse einladen* möchte, muss der App dafür zunächst den Zugriff aufs Adressbuch gestatten“, berichtet wdr.de Der App würden dann nicht nur Daten der Menschen, die die Clubhouse nutzen* oder die eingeladen werden, zur Verfügung stehen, sondern auch von deren Umfeld.

Zudem werden sämtliche Gesprächsrunden mitgeschnitten. Der Messenger WhatsApp stand zuletzt wegen angekündigten Änderungen beim Datenschutz massiv in der Kritik. Auch die fehlende Inklusivität wird kritisiert, denn das Konzept der App schließt Gehörlose durch das „Audio-Only“-Konzept komplett aus. (Sarah Neumeyer) *hna.de, fr.de, wa.de, ruhr24.de, ingame.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: ©  via www.imago-images.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr Sport

Fußball-Bundesliga am Samstag: Sechs Spiele, sechs Köpfe

Fußball-Bundesliga am Samstag: Sechs Spiele, sechs Köpfe

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight
Fußball

Leipzig im Halbfinale - Poulsen und Hwang treffen gegen VfL

Leipzig im Halbfinale - Poulsen und Hwang treffen gegen VfL
Mehr Sport

Elfmeter und Doppelschlag: Bayern-Schreck Kiel stoppt Essen

Elfmeter und Doppelschlag: Bayern-Schreck Kiel stoppt Essen

Kommentare