Meilenstein in der Krebsforschung

Neue Studie im Kampf gegen Krebs: Forscher finden hemmenden Wirkstoff

Krebs zählt mittlerweile zu einer Volkskrankheit und endet in vielen Fällen tödlich. Jetzt stießen Wissenschaftler bei Untersuchungen auf einen vielversprechenden Wirkstoff.

  • Krebszellen entwickeln sich und vermehren sich unkontrolliert im Körper.
  • Ergebnisse einer Studie berichten nun über neue Erkenntnisse im Kampf gegen Krebs*.
  • Forscher des Max-Planck-Instituts entdeckten einen hemmenden Wirkstoff, der das Wachstum von Krebszellen verhindert.

Kassel - Krebserkrankungen sind heutzutage leider keine Seltenheit und zählen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu der zweithäufigsten Todesursache. Doch es gibt große Hoffnungen in der Krebstherapie: Nach intensiver Forschung informieren Wissenschaftler nun über einen neuen Wirkstoff, der das Wachstum von Krebszellen hemmt und zudem gut verträglich ist.

Laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums handelt es sich bei Krebserkrankungen um die bösartige Entwicklung von Körperzellen, die sich im Gegensatz zu gesunden Körperzellen unkontrolliert vermehren. Wie das Fachportal heilpraxis.net nun berichtet, gelang Forschern des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns nun ein Meilenstein in der Krebsforschung: Sie entdeckten einen Wirkstoff, der das hemmungslose Wachstum der Zellen verhindern kann. Vor kurzem fanden Wissenschaftler erst heraus, dass Bakterien als Heilmittel gegen Krebs einsetzbar sind.

Neue Erkenntnisse in Krebs-Studie: Experten entdecken hemmenden Wirkstoff

Einer aktuellen Mitteilung des Instituts zufolge lässt der neu entwickelte Wirkstoff Krebszellen „aushungern“, indem er die für die Verbreitung wichtigen Mitochondrien angreift. Mitochondrien sind Zellorganellen, die Zellen mit Energie und Bausteinen versorgen, die wiederum für eine normale Funktion von Geweben sowie Organen nötig sind. Laut Fachleuten seien Krebsstammzellen von einem mitochondrialen Stoffwechsel stark abhängig, um sich weiter zu vermehren.

Studie im Kampf gegen Krebs: Wissenschaftler entwickeln neuen Wirkstoff

Die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns, des Stockholmer Karolinska Instituts und der Universität Göteborg berichten in der Fachzeitschrift „Nature“, dass ihre Studie vielversprechende Ergebnisse in der Krebstherapie bei Menschen haben könnte. Im Gegensatz zu bereits entwickelten Medikamenten, die zwar die Funktion der Mitochondrien hemmen, aber toxisch sind, entwickelten die Forscher nun einen Wirkstoff, der besonders gut verträglich ist.

„Es ist uns gelungen, ein potenzielles Krebsmedikament zu entwickeln, das auf die Funktion der Mitochondrien abzielt, ohne schwere Nebenwirkungen zu verursachen und ohne gesunde Zellen zu schädigen“, so die Studienautorin Dr. Nina Bonekamp vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns.

Vielversprechende Ergebnisse einer Krebs-Studie: Forscher stießen auf einen Wirkstoff, der das Wachstum von Krebszellen hemmen kann. (Symbolbild)

Neueste Krebs-Studie: Der Wirkstoff verlangsamt das Wachstum und ist gut verträglich

Mitochondrien enthalten eine eigene Erbsubstanz beziehungsweise ein genetisches Material, dessen Ablesen von speziellen Proteinen gesteuert wird. Eins von diesen Proteinen ist das Enzym „mitochondriale RNA-Polymerase“, abgekürzt POLRMT.

Die Forscher kamen in Zusammenarbeit mit dem Lead Discovery Center zu der Erkenntnis, dass ein POLRMT-hemmender Wirkstoff die Krebszellen aussterben lassen und das Tumorwachstum stark verlangsamen kann. Die Tests wurden an Mäusen mit Tumorerkrankungen durchgeführt, die zudem den hemmenden Wirkstoff sehr gut vertragen haben.

„Unsere Daten deuten darauf hin, dass wir Krebszellen im Grunde aushungern und so zum Sterben bringen. Das gelingt, zumindest für eine gewisse Zeit, ohne große, toxische Nebenwirkungen. Dies gibt uns ein potenzielles therapeutisches Zeitfenster für die Behandlung von Krebs“, erklärt Dr. Nina Bonekamp laut heilpraxis.net. Außerdem sei sie sich sicher, dass die gewonnenen und wertvollen Testergebnisse sowie Erkenntnisse in vielen Bereichen der Krebstherapie zukünftig Verwendung finden werden. (Alina Schröder) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Jan-Peter Kasper/dpa

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