Unterricht trotz Symptomen

Corona-Tod schockt Schüler: Professorin stirbt live in Online-Vorlesung vor Augen ihrer Studenten

Eine Frau führt eine Videokonferenz über die Plattform „Zoom“ mit fünf weiteren Personen. Auf dem Tisch befinden sich Getränke, eine Kerzen und ein Smartphone.
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Paola de Simone starb während einer Online-Vorlesung an Corona. Die Studenten mussten den Tod ihrer Professorin hilflos in der Videokonferenz via „Zoom“ mit ansehen. (Symbolbild)

In Argentinien hat sich eine Tragödie ereignet. Eine offenbar an Covid-19 erkrankte Professorin starb während einer Online-Vorlesung. Ihre Studenten mussten hilflos zusehen.

  • Die argentinische Professorin Paola de Simone klagte bereits seit einigen Wochen über Symptome einer Corona-Infektion*.
  • Während einer Online-Vorlesung bekam sie plötzlich keine Luft mehr, brach zusammen und verstarb.
  • Die Studenten mussten den Tod ihrer Professorin hilflos mit ansehen.

München/Buenos Aires - Paola de Simone war Professorin an der Universidad de la Empresa in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Sie hatte 15 Jahre in den Bereichen Politik und internationale Beziehungen an der Universität gearbeitet und gelehrt. Über mehrere Wochen hinweg klagte de Simone, auch in den sozialen Medien, über Symptome einer Corona-Infektion. Dennoch gab sie in der vergangenen Woche eine Online-Vorlesung für 40 Studenten über die Video-Plattform „Zoom" - und verstarb dabei. Die Studenten mussten den Tod ihrer Professorin hilflos mit ansehen.

Argentinien: Professorin de Simone klagte über Symptome einer Corona-Infektion

Die 46-jährige de Simone hatte in den vergangenen Wochen mehrfach auf ihren sozialen Kanälen über Husten und Atemnot geklagt. Selbst nach vier Wochen habe sie immer noch Symptome* gezeigt, schrieb die Professorin. Ihr Ehemann, der als Notfallmediziner arbeitet, sei bereits ausgelaugt von den vielen Covid-19-Fällen auf seiner Station.

De Simones Accounts bei Twitter und Facebook, auf denen sie sich immer wieder auch für bessere medizinische und soziale Infrastruktur in Argentinien einsetzte, wurden inzwischen gelöscht.

Argentinien: Professorin stirbt während Online-Vorlesung an Corona

Trotz ihrer Corona-Erkrankung* wollte die Professorin ihre Vorlesungen weiterhin abhalten - allerdings online via „Zoom“. Während einer Videokonferenz bekam de Simone plötzlich keine Luft mehr. Wie die argentinische Zeitung Diari Mes berichtet, fragte einer der Studenten noch nach ihrer Privatadresse, um einen Krankenwagen zu rufen. Die Antwort blieb jedoch aus.

„Ich kann nicht“, soll die Professorin noch in ihrem Ringen nach Luft gesagt haben und anschließend zusammengebrochen sein. Die Studenten blieben online, bis der Ehemann der 46-Jährigen eintraf und erste Hilfe leistete. Allerdings konnte auch er die Professorin nicht mehr retten.

Argentinien: Familie, Kollegen und Freunde trauern um verstorbene Professorin

De Simone hinterlässt neben ihrem Ehemann auch eine Tochter. Die Universität der 46-Jährigen veröffentlichte ein Schreiben auf Twitter. Darin wird de Simone als leidenschaftliche Lehrerin und großartige Person beschrieben.

Ihr Kollege Facundo Cruz, ein akademischer Leiter der Universität, schrieb: „Lebewohl, meine Freundin. Wir werden dich vermissen.“ Ihre Studenten verabschiedeten sich auf einem Internetblog von ihrer Professorin. „Paola ist gegangen, aber zuvor hat sie uns vieles gelehrt: Liebe für das, was wir machen, Empathie für die Menschen um uns herum und Neugierde auf die Welt. Danke dir, Lehrerin, für immer“, schrieb eine Studentin.

Argentinischen Medien zufolge wurde die Online-Vorlesung aufgezeichnet. De Simones Familienmitglieder baten darum, das Video nicht zu teilen. Dennoch kursierten die Aufnahmen bereits kurze Zeit später in den sozialen Netzwerken.

Ein deutscher Arzt auf Mallorca ist kurz nach einer Infektion mit Covid-19 ebenfalls gestorben. In den USA hielt ein 30-Jähriger das Coronavirus für eine Lüge und starb später daran. Corona trifft derzeit Spanien mit voller Wucht. In der Region Madrid bereiten die Zahlen der Neuinfektionen große Sorgen und auf Mallorca spielen sich unwirklich Helikopter-Szenen ab. Der Chef-Virologe der Charité, Christian Drosten, bekommt bei seinem NDR-Podcast jetzt Unterstützung. (ph) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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