Extremsportler

Star-Bergsteiger nach Lawinenabgang vermisst - jetzt gibt es traurige Gewissheit - Weitere Details

+
Ihr Sohn David Lama lebte seinen Traum. Mit diesem Statement meldeten sich David Lamas Eltern auf seiner Webseite. 

Die drei bekannten Extremsportler Lama, Auer, Roskelley sind bei einem Lawinenabgang in Kanada offenbar gestorben. Reinhold Messner äußert ersten Verdacht.

  • David Lama, Hansjörg Auer und Jess Roskelley werden seit Mittwoch vermisst. Die beiden Österreicher und der Kanadier sind Stars der Extremsport-Szene.
  • Vermutet wird, dass sie am Dienstag von einer Lawine in den Rocky Mountains verschüttet wurden.
  • Ihr Tod wurde zunächst nicht bestätigt.
  • Auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich betroffen gezeigt.

Update vom 23. April:

Die drei bei einem Lawinenunglück in Kanada getöteten Bergsteiger befanden sich offenbar auf dem Rückweg nach einer erfolgreichen Gipfelbesteigung. Die Ausnahme-Alpinisten Hansjörg Auer, David Lama und Jess Roskelley hätten am vergangenen Dienstag den Howse-Gipfel im Banff-Nationalpark erklommen, sagten Vertreter der Nationalparkverwaltung am Montag. Sie hätten den Gipfel am Mittag erreicht und sich auf dem Rückweg befunden, als sie von einer Lawine mitgerissen worden seien.

Die Behörde berief sich bei ihrer Schilderung unter anderem auf Angaben von Roskelleys Familie. Es lägen aber nur "begrenzte Details" vor. Wo genau die Bergsteiger, die zu den besten Alpinisten der Welt zählten, von der Lawine erfasst wurden, blieb unklar. Ihre Leichen wurden fünf Tage nach dem Unglück am Fuße der Ostseite des Berges entdeckt.

Drei Star-Bergsteiger nach Lawinenabgang vermisst - jetzt gibt es traurige Gewissheit - neue Details

Update vom 22. April 2019, 15.10 Uhr:  Traurige Gewissheit nach dem Lawinenunglück in den kanadischen Bergen: Am Sonntag sind die Leichen der drei Ausnahme-Bergsteiger Hansjörg Auer, David Lama und Jess Roskelley gefunden worden. Das teilte die Verwaltung des Banff-Nationalparks in den Rocky Mountains mit und sprach den Angehörigen ihr Beileid aus. Die Alpinisten wurden offenbar Opfer eines Lawinenunglücks.

Die Österreicher Auer und Lama und ihr US-Kollege Roskelley, die zu den besten Bergsteigern der Welt gehörten, waren seit Dienstag vermisst worden. Sie wollten die Ostseite des Howse-Passes in der kanadischen Provinz Alberta besteigen, nach Angaben der Parkverwaltung eine "abgeschiedene und sehr schwierige Route".

Nachdem die Männer als vermisst gemeldet wurden, suchten Rettungskräfte am Mittwoch das Gebiet aus der Luft ab. Der Einsatz musste zwischenzeitlich aber wegen schlechten Wetters und der Gefahr weiterer Lawinenabgänge unterbrochen werden.

Nachdem Hinweise auf zahlreiche Lawinenabgänge sowie Kletterausrüstung gefunden wurden, gingen die Behörden vom Tod der drei Männer aus, der sich nun bestätigte. Die Bergsteiger gehörten zu einem vom Ausrüster North Face unterstützten Team, wie das Unternehmen bestätigte.

Leichen nach Lawinenabgang in Kanada gefunden

Bereits bevor die Leichen gefunden wurden, ging Roskelleys Vater John Roskelley vom Tod seines 36-jährigen Sohnes aus. "Die Route, die er gehen wollte, wurde zum ersten Mal im Jahr 2000 bewältigt", sagte Roskelley, der früher selbst als einer der besten US-Bergsteiger galt, der US-Zeitung "Spokesman-Review". "Es ist eine dieser Routen, bei der die Bedingungen perfekt sein müssen, sonst wird es zum Albtraum. Genau das ist passiert."

Jess Roskelley hatte 2003 gemeinsam mit seinem Vater den Mount Everest bestiegen. Er war damals 20 Jahre alt und damit der jüngste Bergsteiger, der den höchsten Berg der Welt bezwang.

Auch in Österreich löste der Unfall Bestürzung aus. Das Unglücks zeige, dass das traditionelle Bergsteigen, bei dem die Bergsteiger in "absoluter Wildnis" alles selber machten, "wahnsinnig gefährlich" sei, sagte Bergsteiger-Legende Reinhold Messner der Nachrichtenagentur APA. Auch Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz zeigten sich tief betroffen.

Der 28-jährige Lama galt APA zufolge als Ausnahmetalent der Alpinisten- und Klettererszene. Einer seiner größten Erfolge war demnach die erste Begehung der Kompressor-Route am Cerro Torre in Patagonien mit seinem Landsmann Peter Ortner im freien Kletterstil im Jahr 2012. Im vergangenen Herbst sei ihm die Erstbesteigung des 6895 Meter hohen Lunag Ri in Nepal über den Westpfeiler im Alleingang gelungen.

Der 35-jährige Auer sei vor allem durch seine Free-Solo-Klettertouren bekannt geworden, berichtete APA. Dabei wird eine Kletterroute im Alleingang unter Verzicht auf technische Hilfs- und Sicherungsmittel begangen. Im April 2017 sei Auer etwa die 1220 Meter lange Route "Weg durch den Fisch" in den Dolomiten auf diese Weise geklettert.

Update 19. April, 19.20 Uhr: Reinhold Messner war über den Tod der drei Alpinisten am Freitag äußerst betroffen. Wie das österreichische Newsportal krone.at berichtet, vermutet Messner, dass bei dem Unglück in den Rocky Mountains ein Stück der Eiswand heruntergebrochen sei und letztlich zu dem tödlichen Unfall geführt habe.  

Update 19. April, 19.08 Uhr: Für den Tiroler Extrembergsteiger David Lama wurde auf seiner Webseite ein Online-Kondolenzbuch eingerichtet. 

David Lamas Eltern posten berührendes Statement  

Update 19. April, 17.08 Uhr: Gibt es wirklich keine Hoffnung mehr, dass die drei vermissten Bergsteiger doch noch lebend gefunden werden? 

Die Familie von David Lama (28) hat auf Facebook ein Statement veröffentlicht, dass so klingt, als würden sie ihren Sohn aufgeben. Seine Eltern wenden sich mit offenen Worten an die Öffentlichkeit. Doch schon nach den ersten zwei Worten „David lebte“ wird klar, dass Eltern um ihren geliebten Sohn trauern. Gleichzeitig bitten Vater und Mutter um Verständnis, dass es keine weitere Stellungnahme mehr geben wird. Zu den berührenden Zeilen haben Claudia und Rinzi Lama ein Schwarz-Weiß-Foto von David Lama gepostet, auf dem ihr Sohn über das ganze Gesicht lacht. 

Das Statement der Eltern auf Facebook im Wortlaut.

David lebte für die Berge und seine Leidenschaft für das Klettern und Bergsteigen hat uns als Familie geprägt und begleitet. Er folgte stets seinem Weg und lebte seinen Traum. Das nun Geschehene werden wir als Teil davon akzeptieren.

Wir bedanken uns für die zahlreichen positiven Worte und Gedanken von nah und fern, und bitten um Verständnis, dass es keine weitere Stellungnahme von uns geben wird. Vielmehr bitten wir David mit seiner Lebensfreude, seiner Tatkräftigkeit und mit Blick Richtung seiner geliebten Berge in Erinnerung zu behalten.

Die Familien von Hansjörg und Jess schließen wir in unsere Gedanken ein

Claudia & Rinzi Lama

Ein schreckliches Unglück ereignete sich auch auf dem Meer. In Australien sind Vater und Sohn bei einer Rettungsaktion ums Leben gekommen.

Update 19. April, 15.20 Uhr: David Lama (28), Hansjörg Auer (35) und Jess Roskelley (36) werden immer noch vermisst. Die Hoffnung, dass sie noch lebend gefunden werden, ist gering. Auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich betroffen gezeigt. „Zwei der bekanntesten und besten Extremkletterer und Alpinisten unseres Landes sind nach einem tragischen Lawinenunglück in Kanada seit Mittwoch vermisst“, schrieb er bei Twitter. „David Lama und Hansjörg Auer haben in den vergangenen Jahren mit einer Vielzahl von Erfolgen die internationale Kletter- und Alpinszene geprägt. Meine Gedanken sind bei den Familien und Freunden der beiden Tiroler.“

David Lama, Hansjörg Auer, Jess Roskelley vermisst: Reinhold Messner tief betroffen

Update 19. April, 12.31 Uhr: Wie die Nachrichtenagentur APA berichtet, bestätigte das österreichische Außenministerium den Tod der beiden Tiroler David Lama (28) und Hansjörg Auer (35) am Freitagvormittag noch nicht. Zunächst müsse eine Bestätigung der kanadischen Behörden vorliegen, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Bergsteiger-Legende Reinhold Messner zeigte sich am Freitag tief betroffen über den mutmaßlichen Tod der drei Alpinisten, die er zu den besten Bergsteigern der Welt zählte. Der Unfall zeige, dass das traditionelle Bergsteigen, bei dem man sich in die "absolute Wildnis" begebe und dabei alles selber mache, "wahnsinnig gefährlich" sei, sagte Messner der Nachrichtenagentur APA.

Jess Roskelley hatte 2003 gemeinsam mit seinem Vater den Mount Everest bestiegen. Zu diesem Zeitpunkt war er 20 Jahre alt und damit der jüngste Bergsteiger, der den höchsten Berg der Welt bezwang.

Auch der 28-jährige Lama galt der Nachrichtenagentur APA zufolge als Ausnahmetalent der Alpinisten- und Klettererszene. Einer seiner größten Erfolge war demnach die erste Begehung der Kompressor-Route am Cerro Torre mit seinem Landsmann Peter Ortner im freien Kletterstil im Jahr 2012. Im vergangenen Herbst sei ihm die Erstbesteigung des 6895 Meter hohen Lunag Ri in Nepal über den Westpfeiler im Alleingang gelungen.

Der 35-jährige Auer sei vor allem durch seine Free-Solo-Klettertouren bekannt geworden, berichtete APA. Dabei wird eine Kletterroute im Alleingang unter Verzicht auf technische Hilfs- und Sicherungsmittel begangen. Im April 2017 sei Auer etwa die 1220 Meter lange Route "Weg durch den Fisch" in den Dolomiten auf diese Weise geklettert.

Update 19. April 2019, 9.43 Uhr: Offenbar haben noch nicht alle Fans die Hoffnung aufgegeben - das zeigt sich etwa auf der Facebook-Seite von David Lama (rund 130.000 Follower). „RIP einem der Größten in dem Beruf“, schrieb dort zwar ein Anhänger am Freitagmorgen - zuvor hatten sich aber auch Fans am Donnerstagabend wie folgt geäußert: „Bitte kommt gesund zurück!“, „Hoffe, man findet euch noch gesund und lebend“ und „Ich hoffe, alles ist in Ordnung bei euch. Ich drücke die Daumen.“

David Lama, Hansjörg Auer, Jess Roskelley vermisst: Vater mit düsteren Worten: „Genau das ist passiert“

Unsere Erstmeldung vom 19. April 2019:

Wien/Montreal - Wie die Outdoor-Bekleidungsmarke The North Face der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mitteilte, werden die beiden Österreicher David Lama (28) und Hansjörg Auer (35) sowie der US-Amerikaner Jess Roskelley (36) seit Mittwoch vermisst. Es sei davon auszugehen, dass sie am Dienstag von einer Lawine verschüttet wurden, erklärte der Sponsor der Extremsportler. 

Die "sehr erfahrenen" Bergsteiger seien in der Provinz Alberta am Howse-Pass unterwegs gewesen, teilte die Nationalparkverwaltung am Donnerstag mit. Rettungskräfte hätten in dem Gebiet Zeichen für zahlreiche Lawinenabgänge sowie Kletterausrüstung gefunden. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die drei Bergsteiger tot seien.

Weitere Rettungsmaßnahmen seien zudem wegen der schwierigen Wetterverhältnisse und erhöhter Lawinengefahr derzeit nicht möglich.

David Lama, Hansjörg Auer, Jess Roskelley vermisst: Weitere Rettungsmaßnahmen aktuell nicht möglich

Laut den Behörden wollten Lama, Auer und Roskelley den Berg Howse Peak im Nationalpark Banff über einen schwierigen Aufstieg an der Ostseite besteigen. Nachdem die Sportler vermisst gemeldet worden waren, untersuchten Rettungskräfte die Gegend aus der Luft und konnten dabei Anzeichen für mehrere Lawinenabgänge feststellen. Im Geröll wurde demnach zudem Bergsteiger-Ausrüstung gesichtet.

Lamas Manager Florian Klingler hatte am Donnerstagnachmittag erste Medienberichte über ein mögliches Lawinenunglück weder bestätigt noch dementiert. Er habe jedoch von Bekannten Lamas entsprechende Befürchtungen gehört, sagte Klingler der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

John Roskelley geht vom Tod seines Sohnes Jess Roskelley aus

Roskelleys Vater John Roskelley sagte der US-Zeitung "Spokesman-Review", er gehe vom Tod seines Sohnes aus. "Die Route, die er gehen wollte, wurde zum ersten Mal im Jahr 2000 bewältigt", sagte Roskelley, der früher selbst als einer der besten US-Bergsteiger galt. "Es ist eine dieser Routen, bei der die Bedingungen perfekt sein müssen, sonst wird es zum Albtraum. Genau das ist passiert."

Roskelley hatte 2003 gemeinsam mit seinem Sohn den Mount Everest bestiegen. Jess Roskelley war zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt und damit der jüngste Bergsteiger, der den höchsten Berg der Welt bezwang.

Trauer herrscht um einen Kinderstar: Die Schauspielerin wurde nur 16 Jahre alt. Währenddessen sucht die Polizei Weimar nach Anja Reitzenstein und ihrer Tochter Martha. Die 38-Jährige entführte offenbar ihre eigene Tochter. 

Im südafrikanischen Kruger-Nationalpark ereignete sich ein schreckliches Drama. Ein Leopard hat einen zweijährigen Jungen getötet. 

dpa/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Politik

Bundeswehrpilot stirbt bei "Eurofighter"-Kollision

Bundeswehrpilot stirbt bei "Eurofighter"-Kollision
Nienburg

Gospelkonzert in der Martin-Luther-Kirche in Hoya

Gospelkonzert in der Martin-Luther-Kirche in Hoya
Nienburg

Sportverein Hämelhausen und Schützenverein feiern 100-jähriges Bestehen

Sportverein Hämelhausen und Schützenverein feiern 100-jähriges Bestehen
Politik

Bund will gegen Österreichs Fahrverbote klagen

Bund will gegen Österreichs Fahrverbote klagen

Meistgelesene Artikel

Grausames Drama um Abgeordneten-Familie in Rio: Söhne richten Mann wegen angeblichen Ehebruchs hin

Grausames Drama um Abgeordneten-Familie in Rio: Söhne richten Mann wegen angeblichen Ehebruchs hin

Strudel-Desaster! Frau backt – und hat keine Ahnung, dass sie das 40.000 Euro kostet

Strudel-Desaster! Frau backt – und hat keine Ahnung, dass sie das 40.000 Euro kostet

Ausstellung einer Leiche: Hingerichteter Mörder in Glaskasten sorgt für Diskussionen

Ausstellung einer Leiche: Hingerichteter Mörder in Glaskasten sorgt für Diskussionen

Nach Mega-Stromausfall in Südamerika: Könnte ein kompletter Blackout auch hierzulande passieren?

Nach Mega-Stromausfall in Südamerika: Könnte ein kompletter Blackout auch hierzulande passieren?

Kommentare