Corona-Vakzin aus den USA in Deutschland zugelassen

Johnson & Johnson: Termin steht - besonderes Vakzin kann bald verimpft werden

Schon bald soll in Deutschland der Johnson & Johnson-Impfstoff verimpft werden. Was unterscheidet das Corona-Vakzin von den anderen zugelassenen Impfstoffen?

Update, 29. März: Wie echo24.de* bereits in diesem Artikel berichtete, wurde das US-amerikanische Vakzin von Johnson & Johnson durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen. Nun soll der Corona-Impfstoff voraussichtlich ab Mitte April verimpft werden. Dies teilte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einer Online-Diskussionsveranstaltung der Bundesregierung mit, wie die Tagesschau berichtet. Allerdings soll es den einzigartigen Impfstoff anfangs nur in geringen Mengen geben.

Der Impfstoffhersteller Johnson & Johnson will im April nur 275.000 Dosen seines Vakzins nach Deutschland liefern. Laut Spahn werde das Mittel des US-Konzerns in der Woche vom 12. April erwartet. Dieser Impfstoff könnte eine große Hilfe im Kampf gegen das Coronavirus darstellen. Denn das Vakzin ist einzigartig: Es muss im Gegensatz zu vielen anderen Corona-Impfstoffen nur ein Mal gespritzt werden.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: Was macht das US-Vakzin so einzigartig?

Update, 21. März: Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den US-amerikanischen Impfstoff von Johnson & Johnson zugelassen. Somit steht auch in Deutschland schon bald ein weiterer Impfstoff neben denen von Biontech, AstraZeneca* und Moderna zur Verfügung. Doch der Corona-Impfstoff aus den USA unterscheidet sich maßgeblich von den anderen bereits zugelassenen Impfstoffen in Deutschland. Das Vakzin könnte das Impfverfahren in Deutschland erheblich beschleunigen. Was macht den Impfstoff von Johnson & Johnson so einzigartig?

Das macht den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson so ebesonder

Erstmeldung, 11. März: Heute (11. März) entscheidet die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) über die Zulassung des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson*. Der Impfstoff aus den USA könnte das Impfverfahren in Deutschland deutlich beschleunigen, wie echo24.de* berichtet. Doch was macht den Impfstoff so besonders?

Das Vakzin von Johnson & Johnson ist kein mRNA-Impfstoff wie der von Biontech und Moderna, sondern ein Vektorimpfstoff wie der von AstraZeneca. Bei Vektorimpfstoffen bildet die Grundlage ein sogenanntes Trägervirus, welches Informationen in den Körper schleust. Der genetische Bauplan eines Teils des Coronavirus wird also in einen abgeschwächten Trägervirus verpackt. Bei der Impfung werden dann mithilfe des Trägervirus Teile des Erbmaterials des SARS-CoV-2 in die menschliche Zelle übertragen und nachgebaut. Das Immunsystem reagiert darauf und bildet Antikörper gegen COVID-19. Doch zwischen dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson und AstraZeneca gibt es einen entscheidenden Unterschied.

Übrigens: Johnson & Johnson ist ein US-amerikanischer Pharmakonzern, der Corona-Impfstoff wurde allerdings in den Niederlanden vom Tochterunternehmen Janssen entwickelt.

Johnson & Johnson: Was macht den US-amerikanischen Corona-Impfstoff so besonders?

Die beiden Vektorimpfstoffe unterscheiden sich vor allem in den Trägerviren. Bei Johnson & Johnson ist es ein unschädlich gemachtes menschliches Schnupfenvirus, welches das Trägervirus bildet. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Die Körperzellen des Geimpften bilden mithilfe der Bauanleitung das Protein, der Körper entwickelt eine Immunantwort. Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson hat einen entscheidenden Vorteil: Das Präparat von Johnson & Johnson muss nur einmal verabreicht werden.

In vorherigen Studien experimentierte das Pharmaunternehmen auch mit zwei Dosen im Abstand von 56 Tagen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mitteilt. In der Gruppe der 18- bis 55-Jährigen hatten jedoch etwa einen Monat nach der ersten Impfung laut Hersteller bereits über 90 Prozent der Teilnehmer neutralisierende Antikörper in höheren Konzentrationen im Blut. Der Konzern setzt daher auf eine Einmalgabe. Das bedeutet, dass mit weniger Impfstoff schneller mehr Personen einen Schutz vor einer Corona-Infektion erhalten. Der Impfstoff von Johnson & Johnson hat ebenso wie der Vektorimpfstoff AstraZeneca außerdem den großen Vorteil, dass die Präparate bei Kühlschranktemperatur gelagert werden können.

Wieviele Deutsche sind bereits geimpft?

Laut Robert-Koch-Institut (Stand: 10. März) wurden in Deutschland bereits über acht Millionen Impfdosen verabreicht. Insgesamt 2.674.692 Personen haben bereits eine Zweitimpfung erhalten und sind somit vollständig geimpft – das entspricht 3,2 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Alle drei weiteren in der EU bereits zugelassenen Impfstoffe (Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca) erfordern zwei Impfungen. Bei Biontech/Pfizer bekommt der Patient im Abstand von etwa drei Wochen jeweils eine Dosis. Beim Produkt von Moderna sind es rund vier, bei AstraZeneca wird ein größerer Abstand von bis zu zwölf Wochen empfohlen. Der AstraZeneca-Impfstoff soll jetzt auch bei Minderjährigen zwischen sechs und 17 Jahren getestet werden.

Das Robert Koch-Institut (RKI) rät übrigens, bei der Erst- und Zweitimpfung denselben Impfstoff zu verwenden. Bei einem Wechsel des Präparats könne die volle Wirksamkeit nicht gewährleistet werden, teilt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mit. Bei einer späteren Nachimpfung ist ein Wechsel des Präparats – etwa von Vektor zu mRNA-Impfstoff – nach Ansicht von Immunologen problemlos möglich. Deutschland hat sich laut Gesundheitsministerium 36,7 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson gesichert. Somit könnte schon bald das Impfverfahren erheblich beschleunigt werden.

Wie wirksam ist der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson?

Der Impfstoff von Johnson & Johnson bietet laut US-Arzneimittelbehörde (FDA) einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Verläufen - gemessen 28 Tage nach Verabreichung einer Impfdosis. Vor schweren bis lebensbedrohlichen Erkrankungen ist der Geimpfte laut FDA nach demselben Zeitraum mit 85 Prozent geschützt. Zum Vergleich: Das Mittel von AstraZeneca wies laut Hersteller 14 Tage nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von etwa 70 Prozent auf. In einer neuen Studie erreichte es bei einem deutlich größeren Abstand zwischen den Dosen nach der zweiten Impfung bis zu 82 Prozent.

Wie lange die Wirkung der Corona-Impfstoffe anhält, ist bislang noch unklar. Entsprechende Studien laufen derzeit, um herauszufinden, wann eine erneute Impfung notwendig wäre.

Schützt der Johnson & Johnson-Impfstoff auch vor den Virusmutationen?

Südafrika setzt bereits auf das Präparat von Johnson & Johnson. Dessen Wirksamkeit gegen die dort vorherrschende Variante B.1.351 sei belegt, heißt es laut dpa. Das Vakzin soll auch bei der brasilianischen Variante P.1 einen Schutz bieten. Der Impfstoff von Johnson & Johnson wurde an einer größeren Anzahl von Probanden in Brasilien und in Südafrika getestet. Bei den mutierten Varianten zeigte sich laut ersten Ergebnissen in Brasilien eine Wirksamkeit von 68,1 Prozent. In Südafrika lag sie bei 64 Prozent und damit etwas niedriger als in anderen Ländern, in denen der Impfstoff getestet wurde.

Welche Nebenwirkungen hat der Corona-Impststoff von Johnson & Johnson?

Laut Robert-Kochinstitut (RKI) treten nach einer Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson ähnliche Nebenwirkungen wie auch bei den anderen Corona-Impfstoffen auf. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Symptome wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- und Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit und Schüttelfrost. Generell sind die Nebenwirkungen kein schlechtes Zeichen, sondern zeigen, dass das Immunsystem arbeitet und der Impfstoff seine Wirkung entfaltet.

Übrigens: In Deutschland könnte neben dem Vakzin von Johnson & Johnson schon bald noch ein weiterer Corona-Impfstoff zur Verfügung stehen. Die EMA prüft derzeit auch die Zulassung des russischen Impfstoffes „Sputnik V“*. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © David Zalubowski/dpa

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