Thrombose nach Impfung

Nach Todesfall: Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in Prüfung - Behörde gibt erste Einschätzung ab

USA, New York: Eine Ampulle und eine Verpackung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson steht auf einem Tisch im Pop-up-Corona-Impfzentrum im albanischen islamischen Kulturzentrum.
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Nach Astrazeneca gibt es nun auch Thrombose-Fälle nach einer Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. Die EMA prüft einen Zusammenhang.

Vier Fälle von Blutgerinnseln nach einer Corona-Impfung mit Johnson & Johnson werden aktuell von der EU-Arzneimittelbehörde untersucht. Eine Person ist gestorben.

Update vom 10. April, 9.22 Uhr: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Corona-Impfungen mit Johnson & Johnson und Blutgerinnseln (siehe Erstmeldung unten)? Die Untersuchungen zu Fällen von Blutgerinnseln dauern an. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erklärte aber am Freitag, bislang keinen Beweis dafür gefunden zu haben.

Die Öffentlichkeit werde informiert, sobald neue Erkenntnisse vorlägen, so die FDA.

Das Johnson & Johnson-Vakzin war Mitte März in der EU zugelassen worden, ist dort aber im Gegensatz zu den USA noch nicht im Einsatz. Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Wirkstoff ab dem 19. April geliefert wird. Insgesamt sollen im zweiten Quartal 55 Millionen Dosen geliefert werden. Anders als bei den anderen Impfstoffen ist hier bei dem Vakzin nur eine Impfspritze für einen umfassenden Schutz nötig.

Nach Todesfall: EMA prüft nun auch bei Johnson & Johnson Zusammenhang mit Blutgerinnseln

Unsere Erstmeldung vom 9. April: Amsterdam - Nachdem es bei Astrazeneca* mehrere Thrombose-Fälle nach Impfungen gegeben hatte, prüft die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) nun auch einen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff des us-amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson* und Blutgerinnseln.

 Johnson & Johnson: EMA prüft nach Todesfall nächsten Corona-Impfstoff auf Zusammenhang mit Blutgerinnseln

Grund sind Berichte über vier Thrombosefälle nach einer Impfung mit dem Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson. Wie die EMA am Freitag mitteilte, wurden drei Thrombosefälle in den USA gemeldet und ein weiterer im Rahmen einer klinischen Studie an einem nicht näher genannten Ort. Einer der Fälle verlief demnach tödlich. Derweil registriert das Sankt-Elisabeth-Hospital in Gütersloh vermehrt Patienten, die unter Kopfschmerzen leiden und nun Angst vor einer Hirn-Thrombose haben, wie owl24.de berichtet*

Die Behörde betonte, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei. Die Häufigkeit gemeldeter Zwischenfälle mit Blutgerinnseln im Gehirn treten nach EMA-Angaben mit ungefähr 1 je 100 000 auf. Die EMA gab weiter uneingeschränkt grünes Licht für eine Verwendung. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Risiken, erklärte die Arzneimittelbehörde.

Johnson & Johnson: noch keine Impfung in Deutschland - aber 10 Millionen Dosen bestellt

Der Impfstoff von Johnson & Johnson war Anfang März in der Europäischen Union zugelassen worden. Er ist der insgesamt vierte Impfstoff gegen Covid-19, nachdem zuvor bereits die Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca das Go der EMA erhalten haben.

Das amerikanische Pharmaunternehmen mit Sitz in New Jersey* spielt in der deutschen Impfstrategie indes noch keine Rolle. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums* vom 22. März erwartet die Bundesrepublik im nun laufenden zweiten Quartal etwa 10 Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson. Ab 19. April soll Johnson & Johnson eigentlich in der EU verimpft werden.

In Deutschland wird bis dato nur mit Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca immunisiert. Bis 9. April haben in Deutschland 11.453.405 Menschen mindestens eine Spritze erhalten. Mit 11.453.405 Impfungen nimmt Biontech/Pfizer den größten Anteil ein, Astrazeneca wurde bei 3.412.673 Menschen verwendet, Moderna bei 669.335.

Johnson & Johnson: Was unterscheidet den Vektorimpfstoff von anderen Vakzinen?

Bei den drei etablierten Vakzinen braucht es zum optimalen Schutz eine Zweitimpfung. Beim Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson reicht hingegen eine Impfdosis aus. Ob später allerdings eine sogenannte Auffrischungsimpfung notwendig sein wird, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilen, da Langzeitdaten noch nicht vorliegen. Nach ersten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Wirksamkeit des Impfstoffes mehr als ausreichend, jedoch geringer als bei den bekannten mRNA-Impfstoffen.

Ein Vorteil von Johnson & Johnson ist die Aufbewahrung. Wie auch beim Vektorimpfstoff von Astrazeneca kann er monatelang im Kühlschrank aufbewahrt werden. Davon dürften insbesondere Hausärzte profitieren, die sich dann nicht - wie bei anderen Impfstoffen - darum sorgen müssen, dass die Vakzine aufgrund logistischer Gründe ungespritzt entsorgt werden müssen. (as/md/afp) *Merkur.de und owl24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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