Russische Polizei nimmt 70 Oppositionelle fest

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Russische Polizisten nehmen mindestens 70 demonstrierende Oppositionelle fest.

Moskau - Ein Großaufgebot der russischen Polizei hat in Moskau eine Kundgebung der Opposition aufgelöst und mindestens 70 Menschen festgenommen.

Als Demonstranten am Dienstag Plakate hochhielten und in Sprechchören den Rücktritt von Regierungschef Wladimir Putin forderten, griffen die Sicherheitskräfte zu. Unter den Festgenommenen seien auch Ex-Vize-Regierungschef Boris Nemzow und der kremlkritische Schriftsteller Eduard Limonow, meldete die Agentur Interfax. Viele Teilnehmer der nicht genehmigten Kundgebung seien grob in Polizeibusse gestoßen worden, berichtete der Radiosender Echo Moskwy. Demonstranten riefen “Schande“ und “Freiheit“.

Die Oppositionellen hatten angekündigt, trotz eines Verbots für das Recht auf Versammlungsfreiheit zu demonstrieren. Gegen die Kundgebung, an der auch viele ältere Menschen teilnahmen, waren rund 1000 Polizisten im Einsatz. Nemzow und Limonow warfen den Sicherheitskräften Willkür vor. Auch der Politologe Gleb Pawlowski kritisierte das Verhalten der Behörden scharf. “Sie verhalten sich total unmodern und sind für die Ordnung in Moskau geradezu gefährlich.“ Zu der Demonstration war auch eine Delegation des Menschenrechtsausschusses im Europäischen Parlament gekommen. “Wir sind als Beobachter hier“, sagte die Vorsitzende Heidi Hautala.

Nach Angaben des Internetportals kasparov.ru versammelten sich bis zu 2000 Menschen, dagegen schätzte die Polizei die Zahl auf etwa 400. Auch in St. Petersburg lösten Sicherheitskräfte eine Kundgebung auf. Die Opposition demonstriert traditionell am letzten Tag eines Monats für die Demokratie in Russland. Vor vier Wochen hatte die Polizei in Moskau und St. Petersburg bereits 100 Demonstranten festgenommen. Erst am Vortag hatte Putin das meist brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Opposition verteidigt. Wer an einer nicht genehmigten Kundgebung teilnehme, müsse damit rechnen, “den Knüppel auf die Rübe zu bekommen“, hatte der Regierungschef in einem Interview gesagt.

dpa

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