Überzeugung durch Belohnung

Aldi und Lidl zahlen US-Mitarbeitern Prämien, wenn sie sich gegen Corona impfen lassen

Aldi Lidl und Co. bekommen in Deutschland Konkurrenz von neuer Supermarkt-Kette
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Aldi und Lidl möchten ihren Mitarbeiter in den USA Prämien zahlen, wenn sie sich gegen Corona impfen lassen.

Teile der Bevölkerung stehen dem Corona-Impfstoff skeptisch gegenüber - auch in den USA. Aldi und Lidl wollen ihren Mitarbeitern daher Prämien zahlen, wenn sie sich impfen lassen.

Impfen oder ihr seid raus“ - mit diesen Worten wollte ein Chef in Sachsen-Anhalt jüngst Impf-Verweigerer* in seinem Pflegedienst dazu zu bringen, sich den Wirkstoff gegen das Coronavirus spritzen zu lassen. Er ist nicht der einzige Geschäftsführer, der derart radikale Überzeugungsarbeit im Kampf gegen Covid-19 für angebracht zu halten scheint. In den vergangenen Wochen gab es mehrere Medienberichte über Firmen, die sich der Devise verschrieben haben: Kein Gehalt ohne Impfung*.

Dabei gibt es doch auch eine weit weniger extreme Methode, um Menschen zu beeinflussen. Das scheinen sich zumindest Aldi und Lidl* gedacht zu haben, als sie überlegten, wie sie ihre Mitarbeiter in den USA zu einer Impfung gegen das Coronavirus bewegen könnten. Die Idee: Überzeugung durch Belohnung.

USA: Aldi und Lidl versprechen Mitarbeitern Prämien für Corona-Impfung

Laut einem Artikel des Spiegels kündigte Aldi an, seinen Mitarbeitern pro Impfdosis zwei Arbeitsstunden zu zahlen. Konkurrent Lidl zieht mit einem sogar noch verlockenderem Angebot nach: 200 Dollar (etwa 164 Euro) stellte die deutsche Supermarktkette ihren US-amerikanischen Mitarbeitern in Aussicht, wenn sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen.

Interne Umfragen von Lidl ergaben, dass fast 80 Prozent der Angestellten bereit seien, sich den Wirkstoff injizieren zu lassen. Das könnte durchaus mit dem finanziellen Anreiz des Discounters zu tun haben. Zumindest liegt die Impfbereitschaft um etwa 20 Prozent höher als im Landesdurchschnitt. Selbst viele Krankenhausmitarbeiter stehen der Corona-Impfung skeptisch gegenüber*.

Um die viel gepriesene Herdenimmunität zu erreichen, müssten sich jedoch mindestens 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung impfen lassen, wie der US-Immunologe Anthony Fauci empfiehlt. Erreichen ließe sich das von staatlicher Seite aus gesehen am besten mithilfe einer Impfpflicht. In Deutschland steht man einer solchen eher kritisch gegenüber. So sprach sich beispielsweise der Bayerische Pflege-Verband gegen einen Impfzwang*aus.

Impfpflicht: Kommunen und US-Bundesstaaten können Impfzwang verhängen

In den USA könnte eine derartige Impfpflicht von einzelnen Kommunen oder Bundesstaaten jedoch verhängt werden. In Teilen Brooklyns etwa kostet der Verstoß gegen die angeordnete Immunisierung gegen die Masern bis zu 1.000 Euro Strafe. Bislang sind solch drastische Maßnahmen in Bezug auf das Coronavirus jedoch noch nicht angedacht. Insbesondere deshalb, weil die USA - ähnlich wie Deutschland - zum aktuellen Zeitpunkt noch über viel zu wenige Impfstoff-Dosen* verfügt. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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