„Wir haben das beendet“

Um Manipulationen zu verhindern: Donald Trump bestätigt US-Cyberattacke auf Russland

Donald Trump hat eine US-Cyberattacke auf Russland zugegeben. Gerüchte darüber gab es schon länger.
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Donald Trump hat eine US-Cyberattacke auf Russland zugegeben. Gerüchte darüber gab es schon länger.

Die USA stecken in einer tiefen Krise. Und Trumps Umfragewerte sind im Keller. Aus dem Nichts hat der Präsident nun einen Cyberangriff gegen Russland zugegeben.

  • Donald Trump gibt eine US-Cyberattacke auf Russland zu
  • Laut dem Präsidenten habe der Angriff ausländische Wahlmanipulationen verhindert
  • Seit Amtsantritt steht Trump unter dem Verdacht russische Wahlhilfe dankend angenommen zu haben

Washington – US-Präsident Donald Trump hat erstmals einen US-Cyberangriff gegen Russland im Jahr 2018 zugegeben. Dies berichtet die Tageszeitung „Washington Post“. Ziel sei die „Internet Forschungsagentur“ im russischen St. Petersburg gewesen, die als sogenannte Trollfabrik gelte und für die russische Einmischung in die Präsidentenwahl 2016 verantwortlich gemacht werde, schrieb die Zeitung am Freitag (10.07.2020/Ortszeit).

Donald Trump bestätigt US-Attacke auf Russland: „Wir haben das beendet“

„Richtig“, habe Donald Trump* in einem Interview mit dem Kolumnisten Marc Thiessen auf die Frage nach der Cyberattacke geantwortet. Thiessen arbeitete unter anderem als Redenschreiber für den ehemaligen republikanischen Präsidenten George W. Bush. Berichte über einen US-Cyberangriff gegen Russland hatte es schon zuvor gegeben, sie waren bislang aber nie von Donald Trump – oder einer Behörde – bestätigt worden.

Die russische „Internet Forschungsagentur“ hat demnach auch versucht, die Kongresswahlen (Midterms) im November 2018 zu manipulieren. „Wir haben das beendet“, sagte Donald Trump in dem Interview. Nach Informationen der „Washington Post“ war der US-Cyberangriff seinerzeit erfolgreich: Die von einem russischen Oligarchen mit guten Verbindungen zum Kreml betriebene Trollfabrik sei vom Netz getrennt worden.

US-Wahlkampf: Manipulationsvorwürfe gegen Donald Trump und Russland – Präsident sieht sich als Opfer

Russland hatte sich nach Überzeugung der US-Geheimdienste 2016 zugunsten des republikanischen Kandidaten Trump in den Wahlkampf eingemischt. Trump bestreitet das bis zum heutigen Tag. Republikaner legten die Erkenntnisse der Geheimdienste so aus, dass Russland vor allem Chaos und Verunsicherung stiften wollte, nicht aber einen bestimmten Kandidaten unterstützte.

Bei der Russland-Untersuchung von US-Sonderermittler Robert Mueller war später geprüft worden, ob es im Präsidentschaftswahlkampf zwischen Donald Trump und Hillary Clinton im Jahr 2016 geheime Absprachen des Trump-Lagers mit Russland gab – und ob Trump die Justiz behindert hat. Für den ersten Punkt fand Mueller in seinem im März 2019 vorgestellten Abschlussbericht keine Beweise, den zweiten ließ er offen. Er betonte zugleich, dass er Trump damit nicht vom Vorwurf der Justizbehinderung entlaste. Trump hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und von einer „Hexenjagd“ gesprochen.

US-Cyberattacke gegen Russland: Putin wittert Verschwörung gegen Donald Trump

Von Russlands Präsident Putin bekam Donald Trump Unterstützung. Ihm werde seit seinem Amtsantritt die Arbeit schwergemacht, sagte Putin dem russischen Staatsfernsehsender Rossija 1. Bis heute hätten seine Gegner sich nicht mit seinem Wahlsieg abgefunden, meint der Kremlchef.

Trumps Widersacher würden vielmehr alles tun, um die Rechtmäßigkeit seiner Präsidentschaft in Zweifel zu ziehen. Putin hatte zwar den Sieg Trumps begrüßt. Die US-Vorwürfe einer russischen Einmischung in den Wahlkampf wies er aber stets zurück.

Die USA befinden sich derweil in einer tiefen Krise. Kein anderes Land ist derart stark von der Corona-Krise betroffen. Die US-Behörden melden teilweise über 60.000 Neuinfektionen pro Tag – es werden traurige Rekorde gebrochen. Für Trump wird es im Kampf um die Wahl 2020 währenddessen eng. Aus diesem Grund setzt er seine Wahlkampf-Tour trotz Pandemie fort. (tvd/dpa)

In einem Interview mit Fox News widerspricht der Moderator Donald Trump deutlich. Bröckelt die große Liebe zwischen dem Präsidenten und dem konservativen Sender langsam?

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