Wissenschaftler schlagen Alarm

Gefahr aus dem All: Experten warnen vor Sonnenstürmen

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Experten warnen diese Woche vor vermehrter Sonnensturmaktivität. 

Laut US-Experten befindet sich die Erde gerade im Auge eines Sturms: Aktuell herrscht erhöhtes Sonnensturmaufkommen. Mit weitreichenden Folgen.

Update vom 16. Mai 2019, 10.52 Uhr: Wenn die Experten der US-Wetterbehörde NOAA Recht behalten, dann wird das Wetter diese Woche unangenehm werden. Aber die Behörde bezieht sich dabei nicht auf die niedrigen Temperaturen oder die Regenwahrscheinlichkeit, sondern auf das Wetter auf der knapp 150 Millionen Kilometer entfernten Sonne. Hier ist für diese Woche die Wahrscheinlichkeit für geomagnetische Stürme - also Sonnenstürme - um 75 Prozent erhöht.

Die Wahrscheinlichkeit für Sonnenstürme ist die Tage besonders hoch

Besonders im Zeitraum zwischen 15. und 17. Mai ist die Gefahr für die Erde von einem Sonnensturm getroffen zu werden besonders hoch, berichtet spaceweatherarchive.com. Doch die Intensität soll die moderate Gefahrenstufe (G2) nicht übersteigen. Dabei können Zwischenfälle bei elektrischen Geräten und im Stromnetz zwar nicht ausgeschlossen werden, wahrscheinlich kommt es aber nur zu intensiven Polarlichtern, die entstehen, wenn die Stürme das Magnetfeld der Erde treffen.

Grundsätzlich können Sonnenstürme jedoch sehr gefährlich für unsere technologisierte Welt werden. Sie können nicht nur zum Ausfall von Stromnetzen und dem Mobilfunk führen, sondern beeinflussen auch Satelliten. Diese sind auf ihrer Laufbahn außerhalb der Atmosphäre nicht vor den magnetischen Strahlen der Sonnenstürme geschützt. 

Erstmeldung: Gefährliches Wetterphänomen - Experten warnen vor unvorhersehbaren Folgen

München - Nicht nur auf der Erde gibt es Wetterphänomene, auch auf unserem Stern - der Sonne - stürmt es schon mal gewaltig. Die Auswirkungen davon sind sogar bei uns zu spüren. Meistens passiert nicht viel, außer dass man nachts im Norden schöne grüne Lichter am Himmel sehen kann: die Polarlichter. Doch wenn die Stürme zu stark sind, dann kann das Magnetfeld der Erde sie nicht mehr abwehren und dann drohen massive Probleme für die gesamte Menschheit, wie spaceweatherarchive.com berichtet.

Gefährliches Wetterphänomen: Es droht ein langes Sonnenminimum mit wenig Sonnenflecken

Für 2019/2020 haben Wissenschaftler ein Sonnenminimum vorhergesagt. Das bedeutet, dass sich auf der Oberfläche der Sonne kaum bis gar keine Sonnenflecken befinden. Dieser Zustand ändert sich zyklisch in einem elfjährigen Rhythmus. So gab es 2012 bis 2014 ein Sonnenmaximum und damit verbunden auch ein stärkeres Aufkommen von Sonnenstürmen. Im Augenblick gehen wir in den 25. Sonnenzyklus seit dem Start der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Die Experten prophezeien einen eher schwachen Zyklus, wie auch schon der Vorgänger. 

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Doch nur, weil die Sonne gerade in eine ruhigere Phase eintritt und wenig Sonnenflecken besitzt, heißt das nicht, dass sie inaktiv ist. Bei einem Minimum ist das Magnetfeld unseres Sterns schwächer als sonst. So kann mehr kosmische Strahlung in das Sonnensystem gelangen. Diese geladenen Teilchen können eine Reihe von Problemen auf der Erde auslösen, wie das Wissenschaftsportal spaceweatherarchive.com schreibt. So nimmt zum Beispiel die Strahlung, der Flugreisende ausgesetzt sind, zu. Auch die obere atmosphärische Elektrizität kann sich verändern. Sie ist unter anderem für die Entstehung von Blitzen verantwortlich.

Gefährliches Wetterphänomen: Sonnenstürme können die heutige Zivilisation zerstören

Nur weil sich die Sonne gerade auf ein Sonnenfleckenminimum zubewegt, bedeutet das nicht, dass es keine Sonnenstürme gibt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist nur stark reduziert. Dennoch haben Forscher für 2020 einen Mega-Sturm vorhergesagt, wie news.de berichtet. Dieser könnte Satelliten und unserem Stromnetz gefährlich werden und dazu führen, dass Handynetze und GPS ausfallen. Er könnte die Zivilisation wieder in die vorindustrielle Zeit zurückbefördern. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass uns dieser Sturm trifft, liegt laut dem amerikanischen Forscher Pete Riley nur bei zwölf Prozent.

Nordlichter werden von Sonnenstürmen, die auf das Magnetfeld der Erde treffen, hervorgerufen.

Im Internet kursieren ebenfalls die Gerüchte, dass ein langwieriges Sonnenminimum eine kleine Eiszeit hervorrufen kann. Das ist schon einmal vorgekommen. Im 17. Jahrhundert gab es das Maunder Minimum - benannt nach dem englischen Astronomen Edward Walter Maunder. Es hielt ganze 70 Jahre und führte mit anderen Faktoren zu einer spürbaren Abkühlung, vor allem in der nördlichen Hemisphäre. Doch Wissenschaftler geben Entwarnung. So weit wird es diesmal nicht kommen.

Sonnenstürme sind nicht nur auf der Erde gefährlich. Unserem Nachbarplaneten Mars setzen sie ganz besonders zu. Ein weiteres astronomisches Phänomen steht vor der Tür. Im April steht uns ein neuer Sternschnuppenschwarm bevor - die Lyriden. Und apropos Sonnenwetter - so wird das Wetter bei uns in den nächsten Tagen.

Nasa zeigt Sonnensturm im Video

*op-online.de ist Teil der Ippen-Digital-Zentralredaktion 

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