„Rechte Hand“ wird Nachfolger

Der Mann, der Jeff Bezos viel Geld bescherte: Andy Jassy wird nächster Chef bei Amazon

Jeff Bezos zieht sich von seinem Posten als Amazon-Chef zurück und übergibt an den jetzigen Stellvertreter. Wer ist der Mann, der künftig die Geschicke des Onlineriesen leitet?

  • Jeff Bezos* tritt 2021 nach fast 30 Jahren als Chef des Onlinegiganten Amazon ab.
  • Der schwerreiche Unternehmer übergibt das Zepter an die bisherige „rechte Hand“: Andy Jassy.
  • Der ist bereits mit dem Handelsriesen aus Seattle verwurzelt - und hat eine Menge Geld eingebracht.
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Seattle - Jeff Bezos, der innerhalb von etwa zwei Jahrzehnten aus einem Garagen-Startup den erfolgreichsten Handelsriesen des Planeten machte, wird 2021 bei Amazon seinen Chefposten räumen. Spekulationen um den Nachfolger sind hinfällig - mit Andy Jassy übernimmt der langjährige Stellvertreter das Ruder. Es handelt sich um einen Mann, der zumindest außerhalb der USA bislang einem „Schattendasein“ fristete. Dabei nimmt der 53-Jährige bei der großen Erfolgsgeschichte des amerikanischen Unternehmens eine bedeutende Rolle ein.

Der zweifache Familienvater ist Leiter der Amazon Web Services - jener Sparte, die dem börsennotierten Onlinegiganten zuletzt zehn Prozent des Umsatz beschert hat. Was noch aussagekräftiger ist: Die Tochter AMS ist als Cloud-Computing-Anbieter die lukrativste Sparte im ganzen Konzern und für beträchtliche 60 Prozent des globalen Gewinns verantwortlich.

Amazon: Andy Jassy übernimmt Chefposten auf dem Zenit des Erfolges

Vor seiner Ernennung zum CEO der Amazon Drive Cloud fungierte Jassy beim Handelsriesen von der US-Westküste als Vizepräsident, ehe 2016 die Ernennung zum Chef der Cloud-Abteilung kommuniziert wurde. Seit Sommer des vergangenen Jahres galt der in New York geborene Jassy bereits als designierter Nachfolger, nachdem mit Jeff Wilke ein weiterer Anwärter Amazon verließ. Überraschend ist hingegen für viele Experten, dass der schwerreiche Bezos schon 2021 seinen Posten räumt. Angesichts der Bilanz, die Amazon zuletzt präsentierten durfte, spricht Bezos von einem „optimalen Zeitpunkt“ für den Wechsel an der Spitze.

Andy Jassy ist Leiter des boomenden Cloud-Geschäfts bei Amazon.

Der 57-Jährige hinterlässt seinem Nachfolger Andy Jassy eine Amazon Corporation, die im Hinblick auf den geschäftlichen Erfolg auf dem Zenit steht. Jedoch gibt es durchaus Anzeichen, dass das Unternehmen dennoch schon bald von Umbrüchen heimgesucht werden könnte: So ist die Fehde mit Donald Trump und den Republikanern aufgrund der Niederlage bei der US-Wahl 2020* zwar beendet. Doch auch die nun regierenden Demokraten und Neu-Präsident Joe Biden sind dem in Seattle ansässigen Onlineriesen nicht nur wohlgesonnen. Es geht darum, dass extrem ertragreiche Unternehmen wie Amazon ihre Gewinne künftig nicht mehr so leicht privatisieren können, sondern mehr ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden.

Amazon der große Gewinner von Corona - Regierungen nehmen Onlinegigant ins Visier

Nicht nur in den USA, auch in Europa beschäftigen sich Politiker mit überfälligen Regulierungsmaßnahmen für Profiteure von digitalen Transaktionen. Darüber hinaus bedroht Amazon aufgrund von Niedrigpreisen den Einzelhandel auf der ganzen Welt: Kein weiteres Unternehmen profitierte von der Corona-Krise derart wie Amazon: Aufgrund von Lockdown-Maßnahmen boomte das Onlinegeschäft - während der stationäre Einzelhandel seinen Niedergang erlebt. Ein Resultat, das bis zum heutigen Tage anhält und dem Unternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat Washington Megaerlöse einbringt. Abgesehen davon steht Amazon auch wegen zweifelhafter Arbeitsbedingungen und einer Abneigung gegen Gewerkschaften in der Kritik.

Auch der Bereich IT und Cloud-Services dürfte Bezos-Nachfolger Andy Jassy auf Trab halten: Der Markt ist umkämpfter denn je, nachdem mit den Konkurrenten Microsoft und der Google-Mutter Alphabet finanzstarke Rivalen den Druck erhöhen. Sie möchten ebenfalls das Potenzial auf dem Markt für virtuelle Speicherplätze monetarisieren.

Der neue Amazon-Chef, der ab Q3 2021 die Geschicke übernimmt, steht vor gewaltigen Herausforderungen, die sein Vorgänger noch nicht meistern konnte bzw. musste. Dass sich Jeff Bezos im Zuge dieser Herausforderungen aus dem Staub macht, kann man jedoch nicht behaupten: Der Mann, der zuletzt auch durch sein Privatleben Aufsehen erregte, nimmt als „Executive Chairman“ einen Posten zwischen Aufsichtsrat und „Vize“-Chef ein, nimmt also weiterhin eine wichtige Rolle bei der Ausrichtung des Onlinegiganten ein. (PF) *Merkur.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

Rubriklistenbild: © Isaac Brekken/dpa

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