Flugbegleiter im Arbeitskampf

Lufhansa-Tarifstreit: Konzern steigt in Schlichtung mit Gewerkschaft Ufo ein

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Nach drei Streiks bei Lufthansa und Tochter-Airlines hat die Schlichtung mit der Gewerkschaft Ufo begonnen. (Archivbild)

Nach drei Streikwellen im Lufthansa-Tarifstreit hat die Schlichtung zwischen dem Konzern und der Gewerkschaft Ufo begonnen. Während des Verfahrens gilt eine Friedenspflicht.

  • Immer wieder treten Angestellte im Flugverkehr für bessere Arbeitsbedingungen oder höheres Gehalt in den Streik.
  • Dreimal geschah das in den vergangenen Monaten beim Lufthansa-Konzern und mehreren Tochter-Airlines.
  • Nun sind Lufthansa und die Gewerkschaft Ufo in die Schlichtung eingestiegen.

Update vom 31. Januar 2020: Gute Nachrichten für Lufthansa-Mitarbeiter und Kunden der Airline: Nach drei Streikwellen sind der deutsche Konzern und die Gewerkschaft Ufo am Freitagvormittag in Schlichtungsgespräche eingestiegen. Damit sind zumindest bis zum Abschluss des Verfahrens keine Streiks mehr möglich, denn nun besteht eine Friedenspflicht. 

Seit Monaten streiten die Fluglinie und die Gewerkschaft über Tarifverträge sowohl bei der Kernmarke als auch bei mehreren Tochter-Airlines des Konzerns. Nach Angaben vom Freitag einigten sich nun beide Seiten auf einen mehrgliedrigen Prozess zur Lösung des Konflikts. Dabei sollen tarifliche und nicht-tarifliche Themen getrennt werden. 

Lufhansa-Tarifstreit: Konzern will Gespräche mit Ufo - es drohen neue Streiks

Update vom 20. Januar 2020: Trotz der neuerlichen Streik-Androhung will die Lufthansa wieder mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo ins Gespräch kommen. Man habe mehrere Verhandlungstermine zu tariflichen Fragen für diese Woche angeboten, sagte eine Sprecherin am Montag in Frankfurt. Eine Reaktion der Gewerkschaft steht aber noch aus. Ufo hatte über das Wochenende einen neuen, verschärften Streik bei dem Unternehmen angekündigt. Am Mittwoch will Ufo Details mitteilen.

In dem Konflikt hat Ufo seit Oktober schon drei Streikwellen bei Flugbetrieben des Lufthansa-Konzerns veranstaltet. Rund 2000 Flüge fielen bislang aus. Am Donnerstag war der insgesamt dritte Versuch gescheitert, in dem festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen dem Konzern und den Flugbegleitern in eine Schlichtung mit zusätzlicher Mediation zu tariffremden Fragen einzusteigen. 

Die Ufo hatte die von Lufthansa für das gesamte Verfahren verlangte Friedenspflicht nicht akzeptiert. Die Lufthansa wollte andererseits den Einstieg in die Schlichtung nicht von einer einvernehmlichen Lösung in der Mediation abhängig machen.

Tarifstreit festgefahren: Neue Streiks bei Lufthansa - „deutlich ausgeweitete Maßnahmen“

Erstmeldung vom 18. Januar 2020: 

Frankfurt/Main - Weiterer Streik im Lufthansa-Konzern: Wie die Kabinengewerkschaft Ufo ankündigt, werden die  Flugbegleiter ihre Arbeit niederlegen. Details zum Arbeitskampf sollten kommenden Mittwoch verkündet werden, sagte ein Ufo-Sprecher am Samstagabend der Deutschen Presse-Agentur. Er kündigte eine Pressekonferenz für Mittwochnachmittag um 14.00 Uhr im südhessischen Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt an.

Am Donnerstag war der insgesamt dritte Versuch gescheitert, in dem festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen dem Konzern und den Flugbegleitern in die Schlichtung mit zusätzlicher Mediation zu tariffremden Fragen einzusteigen. Die Gewerkschaft erwog anschließend einen unbefristeten Streik.

Streik bei der Lufthansa: „deutlich ausgeweitete Maßnahmen“ statt einzelnen Streiktagen

Sprecher Nicoley Baublies sagte am Freitag, man werde zunächst noch einmal versuchen, die Tarifziele auf dem klassischen Verhandlungswege durchzusetzen. Sollte dies scheitern, bleibe nur der Arbeitskampf. Da einzelne Streiktage bislang nichts bewirkt hätten, müsse dann mit „deutlich ausgeweiteten Maßnahmen“ Druck erzeugt werden.

Die Gewerkschaft unterliegt noch bis zum 2. Februar einer Friedenspflicht zu den bereits bestreikten Forderungen. Grundlage dafür ist ein 2016 geschlossener Tarifvertrag zur Konfliktlösung.

Streik bei der Lufthansa: Schon 2000 Flüge im Arbeitskampf ausgefallen

In dem Konflikt hat Ufo bereits einen Warnstreik und zwei reguläre Streikwellen bei Flugbetrieben des Lufthansa-Konzerns veranstaltet. Rund 2000 Flüge fielen wegen des Arbeitskampfes aus.

Neben Tarifthemen zu Arbeitsbedingungen, Renten und Entgelten haben die langen Auseinandersetzungen zwischen den streitenden Parteien einige Konflikte hinterlassen, die möglicherweise in einer Mediation hätten gelöst werden können. Es geht unter anderem um persönliche Klagen der Lufthansa und damit verbundene Haftungsfragen gegen frühere und aktuelle Vorstände der Gewerkschaft. Auch war der frühere Ufo-Chef Baublies aus Lufthansa-Diensten entlassen worden.

Bereits rund um Neujahr waren Germanwings-Flugbegleiter wegen der Tarifauseinandersetzung zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft Ufo in den Streik getreten. Zwischenzeitlich schien sogar ein noch längerer Arbeitsausstand möglich. Bei dem Abschuss eines Flugzeugs über dem Iran kam auch eine 29-Jährige aus Deutschland ums Leben - ihr Arbeitgeber trauert emotional.

dpa

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