Übernahme zur Markterschließung

Rückschlag für Rewe: Österreichs Wettbewerbsbehörde macht verhindert Lekkerland-Übernahme

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Rewe investiert stark und will nach ganz oben.

Rewe gehört zu den größten Lebensmittelhändlern Deutschlands. Jetzt tätigt die Supermarktkette eine Mega-Investition - und übernimmt einen Großhändler.

Update vom 21. Oktober:

 Der Handelsriese Rewe darf im Zuge der Lekkerland-Übernahme das Geschäft des Lebensmittelgroßhändlers in Österreich nicht übernehmen. Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde teilte am Montag mit, der Kölner Konzern habe aufgrund der Wettbewerbsbedenken der Behörde den in Österreich operativ tätigen Teil von Lekkerland aus dem Zusammenschlussprojekt ausgegliedert. Er bleibe weiterhin im Eigentum der ursprünglichen Anteilseigner. Dies sei möglich, weil Lekkerland Österreich bisher schon weitgehen autark agiert habe.

Für Rewe sind die Folgen der Entscheidung der österreichischen Wettbewerbsbehörde wohl überschaubar. In allen anderen von dem Zusammenschluss betroffenen Ländern hat Rewe inzwischen grünes Licht für die Übernahme erhalten. Wichtig war vor allem die Zustimmung des Bundeskartellamtes vor knapp zwei Wochen. Die Übernahme könne nun voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen werden, sagte ein Unternehmenssprecher.

Rewe mit Mega-Investition: Das wird sich alles in Zukunft ändern

Köln - Der Supermarktriese Rewe plant, den Großhandel Lekkerland aufzukaufen, um somit einen neuen Geschäftsbereich zu erschließen. Dafür ist die Kölner Handelskette bereit, ordentlich zu investieren, denn der Zusammenschluss ist eine wertvolle Investition in die Zukunft.  

Rewe kauft Lekkerland und schafft neues Geschäftsfeld: „Stärkster Trends unserer Branche“

Gemeinsam mit der Lekkerland Gruppe möchte die Rewe Group den neuen Geschäftsbereich „Convenience“ („Bequemlichkeit“) innerhalb der Rewe-Supermärkte kreieren. Hier sollen Fertigmahlzeiten angeboten werden, die dem Kunden das Kochen oder den Weg ins Restaurant ersparen. Dafür erwirbt die Rewe Group 100 Prozent der Anteile von Lekkerland AG & Co. KG. Der Rewe-Group-Vorsitzende, Lionel Souque und der CEO von Lekkerland AG & Co. KG, Patrick Steppe gaben die Fusion am Montag (28. Mai 2019) offiziell bekannt.  

Grund für die Übernahme ist die extreme Wachstumsperspektive, die der Bereich der Unterwegsversorgung, „Essen-to-go“ mit sich bringt. „Die Unterwegsversorgung und der Außerhaus-Verzehr gehören zu den stärksten Trends unserer Branche und werden zukünftig eine noch wichtigere Rolle spielen. Denn nicht nur junge Menschen kaufen und verzehren Mahlzeiten und Snacks immer öfter unterwegs", erklärt Rewe-Vorstand, Souque die Investition in die Zukunft. 

Vorsitzender der Rewe-Group, Lionel Souque mit Blick in die Zukunft. 

Und auch Steppe von Lekkerland sieht die Übernahme als positive Entwicklung: „Die Aktivitäten und Kompetenzen von Rewe und Lekkerland sind im hohen Maße komplementär und eröffnen beiden Partnern neue Perspektiven. Wir als Großhändler und Rewe mit seiner Waren- und Einzelhandelskompetenz haben zusammen über 150 Jahre Erfahrung. Nicht zuletzt aufgrund unserer jeweiligen Unternehmenswerte denken und agieren wir sehr ähnlich."

Rewe erschließt aufstrebenden Markt: „Ein größeres Stück abschneiden“

„Das ist ein attraktiver, wachsender Markt“, sagte Handelsexperte Michael Gerling. Rund ein Drittel des jährlichen Gesamtumsatzes von 240 Milliarden Euro entfielen auf Restaurants, die Systemgastronomie und andere Verkaufsstellen des Außerhaus-Verzehrs. „Davon möchte sich Rewe ein größeres Stück abschneiden.“ 

Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden. Über Details des Zusammenschlusses haben Rewe und Lekkerland demnach Stillschweigen vereinbart. Es ist allerdings bekannt, dass rund 91 000 Verkaufstellen Waren über Lekkerland beziehen, darunter Tankstellen und Kioske. Im vergangenen Jahr hat die Gruppe mit rund 4900 Mitarbeitern etwa 12,4 Milliarden Euro umgesetzt, davon gut die Hälfte in Deutschland.

Rewe dürfte also tief in die Tasche greifen, um den Deal perfekt zu machen. Die Ausgaben für die eigene Zukunft wird sich der Kölner Supermarktriese bei einem Gesamtumsatz von 61,2 Milliarden Euro im Jahr 2018 aber sicherlich gerne leisten.

Wer, was verdient, spielt auch bei dem Lebensmittel-Discounter Aldi eine entscheidende Rolle. Mit diesem Einstiegsgehalt hätte wohl aber niemand gerechnet

dpa/spz

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