Die Türkei kauft Recycling-Abfall

Schlimmer Verdacht: Verpestet jetzt deutscher Plastikmüll das Mittelmeer?

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Das Geschäft um das Recycling.

Jeder Deutsche produziert 220 Kilogramm Verpackungsmüll pro Jahr. Zwar wird der sauber getrennt, aber dann weiterverkauft. Nun regt sich ein schlimmer Verdacht.

Istanbul - Strohhalme, Verpackung und Plastikflaschen stranden an der türkischen Riviera. Einer der Gründe: Die Türkei gehört zu den Ländern, die das Mittelmeer am stärksten verschmutzen. Gleichzeitig kauf das Land Plastikabfälle anderer Staaten auf. Im vergangenen Jahr bekam das Land mehr, als es handhaben konnte. 

Wie Tagesschau.de meldet, importiere die Türkei Plastikmüll, weil das Land nicht über Rohstoff zur Herstellung aus Erdölderivaten verfüge. Über den sortierten Plastikmüll - unter anderem aus Deutschland - könne ein sogenannter Second-Hand-Rohstoff erzeugt werden. Daraus lassen sich Fasern, Kunstwatte oder Granulat herstellen, die wiederum als Rohstoff verkauft werden können. Auch China hat bis Anfang 2018 Plastik importiert. 

Plastikmüll im Meer: In der Türkei wird nur zehn Prozent des Mülls getrennt

Als China den Import aber stoppte, begann für die Türkei sozusagen ein ausgezeichnetes Mülljahr. Am Ende aber mehr, als man verarbeiten konnte. Deniz Bayram, Leiterin der Mittelmeer Abteilung bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace erklärte gegenüber Tagesschau.de, dass die Türkei bereits mit der Trennung des eigenen Mülls überfordert sei: „Fakt ist aber, dass das Abfall-Import-Volumen drastisch angestiegen ist, ehe das Land neue Strategien für diese Situation entwickeln konnte.“

In der Türkei werden derzeit nur zehn Prozent des eigenen Mülls wiederverwertet. Die Recycling-Quote soll zwar bis 2023 auf 35 Prozent steigen, noch ist es aber günstiger den Müll zu importieren als selbst zu trennen. Geld bekommen die Müll-Absender zwar nicht - die türkischen Empfänger zahlen lediglich die Transportkosten - aber sie müssen auch nicht dafür zahlen, ihren Abfall loszuwerden. 

Plastikmüll im Meer: Auswirkung von Abfallimport schwer zu messen

Dass auch der importierte Müll zu der Verschmutzung an der anatolischen Küste beiträgt, ist dem Bericht nach nicht auszuschließen. Auch die Produkte die aus dem Second-Hand-Rohstoff erzeugt werden, werden auch wieder zu Müll. Wie sich der Abfallimport aber direkt auf den Müll im Meer auswirke, dazu gebe es noch keine Studien. 

Ein US-Unterwasserforscher ist der tiefste Tauchgang aller Zeiten gelungen. Doch seine Reise legt das Müll-Problem schonungslos offen.

Ärger um Plastikmüll überschattete auch das Festival „Dortmund Olé“: Hier hinterließen die Besucher riesige Mengen Abfall.  

Derzeit gibt es besorgniserregende Studie: Demnach droht dem Mittelmeer möglicherweise ein gewaltiger Tsunami.

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