Ausblick

US-Notenbank: Fordert die Fed weitere Wirtschaftshilfen für US-Wirtschaft? Entscheidung nun gefallen

Passanten mit Mundschutz vor dem Hauptsitz der US-Notenbank Federal Reserve. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie setzen der US-Wirtschaft weiter zu.
+
Passanten mit Mundschutz vor dem Hauptsitz der US-Notenbank Federal Reserve. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie setzen der US-Wirtschaft weiter zu.

Die US-Wirtschaft leidet unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Erholung läuft schleppend. Fordert die Fed nun weitere Wirtschaftshilfen für US-Wirtschaft?

  • Die US-Konjunktur erholt sich wegen der Corona-Pandemie nur schleppend.
  • Am Mittwoch tritt US-Notenbank-Chef Jerome Powell vor die Presse.
  • Die Zentralbank sei weiter entschlossen, ihre „volle Bandbreite an Werkzeugen“ einzusetzen.

Update vom 16. September 2020, 21 Uhr: Die US-Notenbank belässt ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert bei nahe Null. Der Leitzins verbleibe in der Spanne von 0 bis 0,25 Prozent, teilte die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch mit. Die Zentralbank sei weiter entschlossen, ihre „volle Bandbreite an Werkzeugen“ einzusetzen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern, hieß es weiter. Die Fed hatte bereits angekündigt, den Zinssatz bis auf weiteres nicht anheben zu wollen.

Zentralbankchef Jerome Powell wollte die Entscheidung des Geldmarktausschusses der Fed am Mittwoch (ab 20.30 Uhr MESZ) erläutern. Mit Spannung wurden dabei vor allem seine Einschätzungen der konjunkturellen Lage in der weltgrößten Volkswirtschaft erwartet. Er hatte zuletzt gewarnt, dass die wirtschaftliche Erholung direkt vom weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie abhänge.

US-Notenbank: Fordert die Fed heute weitere Wirtschaftshilfen für US-Wirtschaft?

Ursprungsartikel vom 16. September 2020: Washington - Die Entscheider der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) beraten inmitten der Corona*-Krise über den weiteren Kurs der Notenbank. Mit Spannung werden dabei am Mittwoch (20.30 Uhr MESZ) vor allem die Einschätzungen von Zentralbankchef Jerome Powell zur wirtschaftlichen Lage erwartet. Er hatte zuletzt gewarnt, dass die wirtschaftliche Erholung direkt vom weiteren Verlauf der Pandemie abhänge.

Die Aussagen könnten auch auf den deutschen Aktienmarkt und die deutschen Unternehmen Auswirkungen haben. Die Wall Street ist die weltweite Leitbörse. Zudem ist die USA das wichtigste Abnehmerland deutscher Waren. Alleine im vergangenen Jahr haben die deutschen Unternehmen Güter im Gesamtwert von rund 119 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten exportiert.

Analysten rechneten damit, dass Powell sich zur Stabilisierung der Wirtschaft erneut allgemein für ein weiteres Konjunkturpaket und einen Ausbau der Arbeitslosenhilfe aussprechen dürfte. Die Verhandlungen um ein solches Hilfspaket zwischen Kongress und Regierung stecken seit Wochen in einer Sackgasse.

Streit um weiteres Konjunkturpaket

Präsident Donald Trumps Republikaner wollen aber nur ein begrenztes Konjunkturpaket in Höhe von einigen hundert Milliarden US-Dollar, den Demokraten schwebte zuletzt ein Bündel von Maßnahmen in Höhe von rund zwei Billionen Dollar vor. Kongress und Regierung haben seit Beginn der Corona-Krise bereits Konjunkturpakete in Höhe von fast drei Billionen US-Dollar beschlossen, was mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht.

Die Pandemie bremst die Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft weiterhin aus. Die Arbeitslosigkeit war zwar im August wieder auf 8,4 Prozent gefallen. Aber rund 30 Millionen Menschen beziehen derzeit eine Form von Arbeitslosenhilfe und vor der Zuspitzung der Pandemie im Februar hatte die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent gelegen.

US-Präsident Donald Trump hofft auf rasche Konjunktur-Erholung vor Präsidentschaftswahl

Trump, der sich im November um eine zweite Amtszeit bewirbt, rechnet mit einer sehr raschen wirtschaftlichen Erholung bis zum Jahresende. Die Prognosen der meisten Analysten sind allerdings zurückhaltender.

Die Fed hat ihren Leitzins bereits auf nahe Null gesenkt und will den Zinssatz auch auf absehbare Zeit so niedrig halten. Analysten erwarteten von dem planmäßigen Treffen des Geldmarktausschusses der Notenbank daher keine weitreichenden neuen Entscheidungen.

Wegen der Pandemie hat die Fed seit Februar bereits ihren Leitzins gesenkt, Anleihenkäufe vervielfacht und weitreichende Kreditprogramme aufgelegt, um die Finanzmärkte und die Realwirtschaft zu stabilisieren. Experten zufolge sind die Krisenmaßnahmen der Fed bereits umfassender als jene nach der globalen Finanzkrise 2008/2009.

Derzeit werden in den USA täglich rund 40 000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Insgesamt gibt es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge inzwischen knapp 6,6 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und rund 195 000 damit verbundene Todesfälle. (dpa/red)

Das könnte Sie auch interessieren

Fußball

Bayern danken ihrem "Mr. Supercup" - Neuer: Schön vor Fans

Bayern danken ihrem "Mr. Supercup" - Neuer: Schön vor Fans
Fußball

Bayern gewinnt den UEFA-Supercup: Martínez sticht als Joker

Bayern gewinnt den UEFA-Supercup: Martínez sticht als Joker
Auto

Was Autofahrer über Winterreifen wissen sollten

Was Autofahrer über Winterreifen wissen sollten
Welt

Letzte Rettungsversuche für gestrandete Wale in Australien

Letzte Rettungsversuche für gestrandete Wale in Australien

Meistgelesene Artikel

Gerry Weber: Modepionier und Tennis-Fan Gerhard Weber gestorben

Gerry Weber: Modepionier und Tennis-Fan Gerhard Weber gestorben

Virtuelle Währung kostet Zehntausende Deutsche ihr Geld - es hätte verhindert werden können

Virtuelle Währung kostet Zehntausende Deutsche ihr Geld - es hätte verhindert werden können

Kommentare