Bericht

Volkswagen will größte Ertragsperle an die Börse bringen

VW: Der Wolfsburger Autobauer braucht angesichts des Konzern-Umbaus Richtung Elektromobilität Milliarden.
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VW: Der Wolfsburger Autobauer braucht angesichts des Konzern-Umbaus Richtung Elektromobilität Milliarden.

VW-Chef Herbert Diess trimmt den Konzern mit Macht Richtung E-Mobilität. Doch das kostet Milliarden. Auf der Suche nach frischem Kapital gerät nun auch eine Kernmarke ins Visier.

Wolfsburg/Stuttgart – Volkswagen* prüft laut Medienbericht offenbar einen Börsengang seiner legendären Sportwagen-Tochter Porsche*. Der Schritt könnte der Konzernmutter frisches Kapital für den Umbau in Richtung Elektromobilität in die Kassen spülen. Im Rennen mit Tesla könnten die Wolfsburger so auch finanziell Boden gutmachen.

Volkswagen erwäge diverse Möglichkeiten, den Börsenwert zu erhöhen. Dazu gehöre mittelfristig auch eine Börsennotierung der Sportwagen-Tochter, schrieb das Manager Magazin am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Allerdings würde man höchstens 25 Prozent der Anteile abgeben. Dies entspräche einem Wert von 20 bis 25 Milliarden Euro. Ein Mitglied der Konzernspitze verwies laut dem Blatt allerdings darauf, dass es 2021 damit nichts mehr werde. Volkswagen selbst wollte sich zum Thema offiziell nicht äußern.

VW: Sportwagen-Bauer sorgt immer wieder für Spekulationen

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Spekulationen um die Zukunft von Porsche gegeben. Die Schwaben gelten als Ertragsperle. Analysten hatten regelmäßig moniert, dass der Wert der Tochter im Börsenkurs von Volkswagen nicht zur Geltung komme. Erst Anfang Februar hatte Daimler angekündigt, die Lkw-Sparte abzuspalten und an die Börse zu führen. Das hatte den Aktienkurs beflügelt und auch die Spekulationen um Porsche neu entfacht.

Die traditionellen Autobauer geraten bei Investoren im Vergleich mit dem E-Auto-Pionier Tesla zunehmend ins Hintertreffen. Der kalifornische E-Autopionier ist an der Börse inzwischen rund 640 Milliarden Euro wert und damit gut drei Mal so viel Börsenwert wie VW, Daimler und BMW zusammen.

VW: Konzern-Chef Diess braucht für Konzern-Umbau Milliarden

Diess will den Konzern vom reinen Fahrzeugbauer zu einem software- und servicegetriebenen Mobilitäts- und Technologiekonzern umformen. Das verschlingt Milliarden, wird andererseits jedoch auch als unumgänglich erachtet, um sich gegenüber der Marktmacht etwa der amerikanischen und asiatischen IT-Riesen sowie Newcomern wie Tesla abzusichern. Apple testet Technik fürs autonome Fahren - seit Jahren halten sich auch hartnäckig Gerüchte, die Firma könnte mit Partnern in den Autobau selbst einsteigen. Google investiert große Summen in Technologien rund um das autonome Fahren.

VW: Kapitalstarke neue Herausforderer

„Unsere Marktbewertung steckt noch im Bereich der alten Autoindustrie“, sagte Diess kürzlich der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Das führt zu gravierenden Nachteilen für uns beim Zugang zu benötigten Ressourcen.“ Frisches Geld würde der VW-Gruppe aber auch bei der Überwindung der derzeitigen Absatzflaute durch die Corona-Pandemie helfen. Das Jahr 2020 schloss der Konzern mit einem Verkaufsminus von gut 15 Prozent ab. Zwar gelang ein Jahresendspurt, und auch die Auslieferungen von Elektro- und Hybridwagen legten für sich genommen stark zu. Dies lag allerdings auch an den staatlichen Kaufzuschüssen sowie - bei anderen Antrieben - an Vorzieheffekten bei Kunden durch das Ende der Mehrwertsteuer-Senkung.

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