Neue Unternehmen

Zehntausende Jobs: Existenzgründer wichtig für Arbeitsmarkt

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"Die gute Konjunktur hat der Gründungstätigkeit im vergangenen Jahr positive Impulse gegeben und die negativen Effekte der weiterhin hervorragenden Lage am Arbeitsmarkt abgebremst", sagt KfW-Experte Georg Metzger. Foto: Martin Schutt

Menschen, die den Sprung in die Selbstständigkeit wagen, schaffen oft auch neue Jobs. Besonders stark ist die Gründerszene in Berlin und Hamburg.

Frankfurt/Main (dpa) - Gründer neuer Unternehmen haben im vergangenen Jahr Zehntausende neue Jobs geschaffen. Umgerechnet in Vollzeitstellen entstanden 219.000 Arbeitsplätze, wie aus Daten der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht.

"Das zeigt, wie relevant Neugründungen für die Beschäftigung in Deutschland sind", heißt es im aktuellen KfW-Gründungsmonitor. 2017 wurden 145.000 neue Jobs verzeichnet, ein Jahr zuvor waren es 215.000.

Möglicherweise wären es im vergangenen Jahr sogar mehr Jobs gewesen. Doch gerade die jungen Unternehmen haben es den Angaben zufolge oft schwerer, Mitarbeiter für sich zu gewinnen als etablierte Firmen. So berichteten 20 Prozent der Existenzgründer über Probleme bei der Stellenbesetzung.

Generell sinkt angesichts des boomenden Arbeitsmarkts das Interesse vieler Menschen an einer Selbstständigkeit. Den Angaben zufolge machten sich im vergangenen Jahr 547.000 Menschen selbstständig, das waren 2 Prozent weniger als 2017. In der Vergangenheit hatte es allerdings noch Rückgänge mit jeweils zweistelligen Raten gegeben.

"Die gute Konjunktur hat der Gründungstätigkeit im vergangenen Jahr positive Impulse gegeben und die negativen Effekte der weiterhin hervorragenden Lage am Arbeitsmarkt abgebremst", fasste KfW-Experte Georg Metzger die Entwicklung zusammen.

Am Laufen gehalten wurde das Gründungsgeschehen von Frauen. 216.000 Existenzgründerinnen wagten den Schritt in die Selbstständigkeit, das waren 4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der männlichen Existenzgründer sank dagegen um 5 Prozent auf 331.000. Knapp die Hälfte der Frauen nannte bei der KfW-Befragung Unabhängigkeit als wichtigstes Motiv. Bei Männern waren es 35 Prozent.

Positiv bewertet die KfW den seit 2015 gestiegenen Anteil von Existenzgründern, die bestehende Unternehmen übernehmen. "Angesichts der hohen Zahl an Mittelständlern, bei denen in absehbarer Zeit eine Nachfolge ansteht, ist das eine gute Nachricht", sagte Metzger.

Die Gründung neuer Unternehmen liegt mit weitem Abstand allerdings vorn. 2018 waren es den Angaben zufolge so viele wie nie zuvor: 8 von 10 Existenzgründern machten sich selbstständig, indem sie unternehmerische Strukturen erstmalig aufbauten.

An der Spitze steht den Angaben zufolge weiterhin Berlin. Dort machten sich im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2018 von 10.000 Erwerbsfähigen jährlich 193 Menschen selbstständig. Auf Rang zwei folgte erneut Hamburg mit 146 Gründern. In beiden Städten sorgten vor allem die Medien- und IT-Branche mit ihren hohen Anteilen von Freiberuflern für eine starke Gründerszene.

Brandenburg schob sich von den achten auf den dritten Platz nach vorn. Vermutlich strahle die überdurchschnittliche Aktivität in Berlin in die Peripherie der Hauptstadt aus, hieß es. Auf den Plätzen vier und fünf liegen nach wie vor Bayern und Nordrhein-Westfalen. Schlusslicht war Thüringen mit 74 Gründern je 10.000 Erwerbsfähigen.

Die ostdeutschen Flächenländer stehen den Angaben zufolge mit Ausnahme Brandenburgs regelmäßig am Ende des Länderrankings. "Dort belastet eine im Durchschnitt geringere Kaufkraft die Gründungstätigkeit", heißt es in der Studie. Hinzu komme die ältere Bevölkerungsstruktur. Die Bereitschaft sich selbstständig zu machen, nehme in der Regel mit dem Alter ab.

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